Schizophrenie – komplexe psychische Erkrankung mit sehr unterschiedlichen Symptom-Signaturen – besondere Vorsicht bei der Beurteilung und Behandlung "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji
Dr. Banerji-Protokolle
Schizophrenie – komplexe psychische Erkrankung mit sehr unterschiedlichen Symptom-Signaturen – besondere Vorsicht bei der Beurteilung und Behandlung
Die Schizophrenie ist eine komplexe psychiatrische Erkrankung, die Wahrnehmung, Denken, Gefühle, Verhalten, Motivation und soziale Funktionsfähigkeit beeinflussen kann. Der Verlauf und die Beschwerden unterscheiden sich von Mensch zu Mensch erheblich.
Besondere Vorsicht ist erforderlich: Schizophrenie darf nicht auf einzelne Symptome wie Halluzinationen oder Wahn reduziert werden. Vor jeder Behandlung müssen die aktuell vorherrschende Symptomatik, der Krankheitsverlauf, mögliche akute Gefahren und die bestehende psychiatrische Medikation berücksichtigt werden.
Gerade bei diesem Krankheitsbild ist eine eigenständige Änderung oder Kombination verschiedener Behandlungsansätze problematisch.
Unterschiedliche Symptomgruppen
Bei Schizophrenie werden häufig mehrere Symptomgruppen unterschieden:
-
Positivsymptome
-
Negativsymptome
-
kognitive Symptome
-
affektive beziehungsweise emotionale Symptome
Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich im Krankheitsverlauf verändern.
Positivsymptome
Als Positivsymptome werden Symptome bezeichnet, die zum normalen psychischen Erleben hinzukommen.
Dazu können gehören:
-
Halluzinationen
-
Wahnvorstellungen
-
desorganisiertes Denken
-
desorganisierte Sprache
-
ungewöhnliches oder stark verändertes Verhalten
-
psychomotorische beziehungsweise katatone Auffälligkeiten
Halluzinationen
Besonders häufig sind akustische Halluzinationen.
Betroffene können beispielsweise Stimmen hören, obwohl keine entsprechende äußere Schallquelle vorhanden ist.
Diese Stimmen können:
-
miteinander sprechen
-
das Verhalten kommentieren
-
kritisieren oder beschimpfen
-
Befehle erteilen
-
bedrohlich wirken
Befehlende Stimmen müssen besonders ernst genommen werden, insbesondere wenn sie zu Selbstverletzung, Suizid oder Gewalt auffordern.
Auch visuelle, taktile, olfaktorische oder andere Wahrnehmungsveränderungen können auftreten. Bei ungewöhnlichen Halluzinationen müssen auch neurologische, toxische oder andere medizinische Ursachen berücksichtigt werden.
Wahnvorstellungen
Wahnvorstellungen sind Überzeugungen, die trotz gegenteiliger Hinweise mit hoher Gewissheit aufrechterhalten werden können.
Mögliche Formen sind:
-
Verfolgungswahn
-
Beziehungswahn
-
Größenwahn
-
religiöse Wahnthemen
-
körperbezogene Wahnvorstellungen
-
Vergiftungs- oder Beeinträchtigungswahn
-
Gefühl, Gedanken würden von außen beeinflusst
-
Gefühl, Gedanken würden gelesen oder entzogen
Wahn und Halluzination sind nicht dasselbe und müssen getrennt beurteilt werden.
Desorganisiertes Denken
Die Gedankenführung kann erheblich verändert sein.
Möglich sind:
-
schwer nachvollziehbare Gedankensprünge
-
ungewöhnliche Assoziationen
-
zusammenhanglose Sprache
-
plötzliches Abbrechen eines Gedankengangs
-
Schwierigkeiten, Gesprächen strukturiert zu folgen
Bei schwerer Ausprägung kann die Kommunikation erheblich beeinträchtigt sein.
Negativsymptome
Negativsymptome werden häufig weniger auffällig wahrgenommen als Halluzinationen oder Wahn, können den Alltag jedoch erheblich beeinträchtigen.
Dazu gehören beispielsweise:
-
verminderter Antrieb
-
sozialer Rückzug
-
reduzierte emotionale Ausdrucksfähigkeit
-
verminderte Sprache
-
Interessenverlust
-
Schwierigkeiten, Aktivitäten zu beginnen
-
verminderte Freude beziehungsweise Motivation
Diese Beschwerden können teilweise einer Depression ähneln.
Negativsymptome, Depression und medikamentenbedingte Antriebsverminderung müssen deshalb sorgfältig voneinander unterschieden werden.
Kognitive Symptome
Schizophrenie kann auch geistige Funktionen beeinträchtigen.
Möglich sind Schwierigkeiten bei:
-
Aufmerksamkeit
-
Konzentration
-
Arbeitsgedächtnis
-
Verarbeitungsgeschwindigkeit
-
Planung
-
Organisation
-
Problemlösung
Diese Beschwerden können Ausbildung, Beruf und selbstständige Alltagsführung erheblich beeinflussen.
Katatonie
Bei manchen Patienten können katatone Symptome auftreten.
Möglich sind:
-
ausgeprägte Bewegungsarmut
-
ungewöhnliche Körperhaltungen
-
fehlende oder stark verminderte Reaktion auf die Umgebung
-
Mutismus
-
stereotype Bewegungen
-
ausgeprägte motorische Unruhe
Eine ausgeprägte Katatonie kann ein medizinischer beziehungsweise psychiatrischer Notfall sein und muss fachärztlich behandelt werden.
Schizophrenie bedeutet nicht „gespaltene Persönlichkeit“
Schizophrenie wird umgangssprachlich manchmal fälschlicherweise als „gespaltene Persönlichkeit“ bezeichnet.
Das ist medizinisch nicht korrekt.
Eine dissoziative Identitätsstörung ist eine andere psychiatrische Erkrankung und nicht mit Schizophrenie gleichzusetzen.
Verlauf
Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein.
Möglich sind:
-
einzelne psychotische Episoden
-
wiederkehrende Episoden
-
längere symptomarme beziehungsweise stabile Phasen
-
chronische Beschwerden
-
überwiegende Negativsymptomatik
-
unterschiedliche Kombinationen der Symptome
Die Symptomatik kann sich auch bei derselben Person im Verlauf erheblich verändern.
Frühwarnzeichen eines Rückfalls
Mögliche Frühwarnzeichen können sein:
-
zunehmende Schlafstörungen
-
sozialer Rückzug
-
zunehmendes Misstrauen
-
ungewöhnliche Ängste
-
Reizbarkeit
-
Konzentrationsprobleme
-
zunehmende innere Anspannung
-
Veränderung der Wahrnehmung
-
erneutes Auftreten ungewöhnlicher Gedanken
-
Vernachlässigung des Alltags
Bei bekannten Erkrankungen kann es hilfreich sein, individuelle Frühwarnzeichen gemeinsam mit der behandelnden psychiatrischen Fachperson festzuhalten.
Andere Ursachen einer Psychose ausschließen
Nicht jede Psychose ist automatisch Schizophrenie.
Psychotische Symptome können unter anderem auftreten bei:
-
bipolarer Störung
-
schwerer Depression mit psychotischen Symptomen
-
bestimmten neurologischen Erkrankungen
-
Epilepsie
-
Demenz
-
Delir
-
Stoffwechselstörungen
-
bestimmten Autoimmunerkrankungen
-
Medikamenten
-
Alkohol
-
Cannabis
-
Amphetaminen
-
Kokain
-
Halluzinogenen und anderen Substanzen
Insbesondere bei erstmalig auftretender Psychose ist deshalb eine umfassende psychiatrische und gegebenenfalls körperlich-neurologische Abklärung erforderlich.
Schizophrenie und Cannabis
Cannabiskonsum kann bei dafür anfälligen Menschen psychotische Symptome auslösen beziehungsweise verstärken und ist mit einem erhöhten Risiko für ungünstige Krankheitsverläufe verbunden.
Bei bestehender Schizophrenie sollte Substanzkonsum deshalb ausdrücklich in die medizinische Beurteilung einbezogen werden.
Diagnostik
Die Diagnose wird psychiatrisch gestellt und basiert auf dem Gesamtbild und Krankheitsverlauf.
Zur Abklärung können gehören:
-
ausführliche psychiatrische Anamnese
-
Fremdanamnese durch Angehörige
-
körperliche Untersuchung
-
neurologische Untersuchung
-
Medikamenten- und Substanzanamnese
-
Laboruntersuchungen
-
gegebenenfalls Bildgebung des Gehirns
-
weitere Untersuchungen bei Verdacht auf körperliche Ursachen
Ein einzelner Bluttest oder eine einzelne bildgebende Untersuchung kann Schizophrenie nicht diagnostizieren.
Behandlung – mehrere Bausteine
Die Behandlung ist individuell und kann verschiedene Maßnahmen kombinieren:
-
antipsychotische Medikamente
-
psychiatrische Betreuung
-
Psychotherapie
-
Psychoedukation
-
Unterstützung der Angehörigen
-
psychosoziale Maßnahmen
-
berufliche und soziale Rehabilitation
-
Behandlung von Schlafstörungen
-
Behandlung von Depression und Angst
-
Behandlung von Substanzproblemen
-
Rückfallprophylaxe
Bei schweren akuten psychotischen Episoden kann eine stationäre psychiatrische Behandlung erforderlich sein.
Antipsychotische Medikamente
Antipsychotika stellen einen wesentlichen Bestandteil der Behandlung von Schizophrenie dar.
Die Auswahl erfolgt individuell unter Berücksichtigung von:
-
Wirksamkeit
-
bisherigem Ansprechen
-
Nebenwirkungen
-
Stoffwechselveränderungen
-
Gewicht
-
Bewegungsstörungen
-
Sedierung
-
Herz-Kreislauf-Risiken
-
Therapietreue
Bei bestimmten Patienten können langwirksame Depotpräparate sinnvoll sein.
Bei therapieresistenter Schizophrenie kann unter fachärztlicher Überwachung beispielsweise Clozapin infrage kommen.
Medikamente niemals eigenständig absetzen
Antipsychotische Medikamente dürfen nicht eigenständig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden.
Ein abruptes Absetzen kann zu einer erheblichen Verschlechterung beziehungsweise einem Wiederauftreten psychotischer Symptome beitragen.
Auch wenn sich ein Patient vollständig stabil fühlt, sollte eine Änderung der Behandlung ausschließlich gemeinsam mit der behandelnden psychiatrischen Fachperson erfolgen.
Individuelle Symptom-Signatur – besonders sorgfältig beachten
Bei Schizophrenie ist die Beurteilung der individuellen Symptom-Signatur besonders komplex.
Vor jeder Auswahl einer zusätzlichen Behandlung muss genau unterschieden werden, was aktuell im Vordergrund steht:
-
Halluzinationen
-
Wahnvorstellungen
-
Angst
-
starke Unruhe
-
Aggressivität
-
Schlaflosigkeit
-
depressive Symptome
-
sozialer Rückzug
-
Antriebsmangel
-
emotionale Verflachung
-
kognitive Probleme
-
katatone Symptome
-
Nebenwirkungen bestehender Medikamente
Diese unterschiedlichen Symptomgruppen dürfen nicht undifferenziert miteinander gleichgesetzt werden.
Homöopathie nach Dr. Banerji
In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden für unterschiedliche psychische Begleitbeschwerden verschiedene festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.
VORSICHT – vor der Wahl der Mittel die genaue Symptom-Signatur beachten
Schizophrenie ist ein besonders komplexes Krankheitsbild. Eine Auswahl der Mittel allein aufgrund der Diagnose „Schizophrenie“ ist nicht ausreichend.
Vor der Wahl muss sorgfältig festgestellt werden, welche Symptom-Signatur aktuell vorherrscht. Halluzinationen, Wahn, Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit, depressive Beschwerden, Antriebsmangel und andere Symptome stellen unterschiedliche Beschwerdebilder dar.
Mehrere unterschiedliche oder gegensätzliche Symptom-Signaturen sollten nicht automatisch gleichzeitig mit verschiedenen Banerji-Schemata behandelt werden.
Besondere Vorsicht gilt bei:
-
akuter Psychose
-
zunehmendem Wahn
-
befehlenden Stimmen
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schwerer Schlaflosigkeit
-
ausgeprägter Erregung oder Aggressivität
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Katatonie
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Suizidgedanken
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Selbst- oder Fremdgefährdung
Eine zuverlässige Behandlung der Schizophrenie oder einer akuten Psychose durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt. Homöopathische Mittel dürfen eine notwendige antipsychotische, psychiatrische oder stationäre Behandlung nicht ersetzen oder verzögern.
Eine bestehende antipsychotische Medikation darf wegen einer homöopathischen Begleitbehandlung keinesfalls eigenständig reduziert, verändert oder abgesetzt werden.
Wichtiger Hinweis
Bei akuter Psychose, befehlenden Stimmen, schwerem Realitätsverlust, ausgeprägter Verwirrtheit, aggressivem oder unkontrollierbarem Verhalten, Katatonie, Suizidgedanken sowie Selbst- oder Fremdgefährdung ist eine sofortige psychiatrische beziehungsweise notfallmedizinische Abklärung erforderlich.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Inhaltsstoffe: Phosphoricum acidum, Stramonium usw.
Lieferzeit: ca. 3-4 Tage (Ausland abweichend)
Schizophrenie – komplexe psychische Erkrankung mit sehr unterschiedlichen Symptom-Signaturen – besondere Vorsicht bei der Beurteilung und Behandlung "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji
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