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Tollwut (Rabies) – virale Infektionskrankheit des Nervensystems und Vorbeugung neurologischer Komplikationen "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji

Dr. Banerji-Protokolle

Tollwut (Rabies) – virale Infektionskrankheit des Nervensystems und Vorbeugung neurologischer Komplikationen

Die Tollwut (Rabies) ist eine durch Rabiesviren beziehungsweise andere Lyssaviren verursachte schwere Infektionskrankheit des zentralen Nervensystems. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch den Speichel eines infizierten Säugetieres, insbesondere durch Bissverletzungen.

Tollwut gehört zu den gefährlichsten bekannten Infektionskrankheiten: Sobald typische klinische Symptome auftreten, verläuft die Erkrankung nahezu immer tödlich. Gleichzeitig kann der Ausbruch durch eine rechtzeitig durchgeführte Postexpositionsprophylaxe nach einem möglichen Kontakt sehr zuverlässig verhindert werden.

Übertragung

Das Virus kann insbesondere übertragen werden durch:

  • Bisse infizierter Tiere

  • Kratzverletzungen mit infektiösem Speichel

  • Speichelkontakt mit offenen Wunden

  • Speichelkontakt mit Schleimhäuten von Mund, Nase oder Augen

Eine Berührung eines Tieres oder Speichelkontakt mit unverletzter Haut stellt dagegen normalerweise keine entsprechende Rabiesexposition dar.

Welche Tiere können Tollwut übertragen?

Grundsätzlich können infizierte Säugetiere Tollwut übertragen.

Je nach Region sind insbesondere relevant:

  • Hunde

  • Fledermäuse

  • Füchse

  • Waschbären

  • Schakale

  • andere Wildtiere

Das tatsächliche Risiko hängt stark vom jeweiligen Land, der Tierart und der konkreten Exposition ab.

Inkubationszeit

Nach einer Infektion kann es Wochen bis Monate dauern, bis erste Beschwerden auftreten. In Ausnahmefällen sind kürzere oder wesentlich längere Inkubationszeiten möglich.

Das Virus gelangt von der Eintrittsstelle über periphere Nerven zum zentralen Nervensystem.

Erste Symptome

Zu Beginn können unspezifische Beschwerden auftreten:

  • Fieber

  • Kopfschmerzen

  • Müdigkeit

  • allgemeines Krankheitsgefühl

  • Übelkeit

  • Schmerzen oder ungewöhnliche Empfindungen an der ursprünglichen Bissstelle

  • Kribbeln, Brennen oder Juckreiz im Bereich der Wunde

Neurologische Symptome entwickeln sich im weiteren Verlauf.

Enzephalitische Tollwut

Bei der klassischen Form können auftreten:

  • starke Unruhe

  • Angstzustände

  • Verwirrtheit

  • Halluzinationen

  • Schluckstörungen

  • Muskelkrämpfe

  • Krampfanfälle

  • zunehmende Bewusstseinsstörungen

Charakteristisch kann eine Hydrophobie sein. Dabei führen Schluckversuche beziehungsweise bereits der Anblick oder das Angebot von Flüssigkeit zu schmerzhaften Schluck- und Rachenkrämpfen.

Auch eine ausgeprägte Reaktion auf Luftzug (Aerophobie) kann auftreten.

Paralytische Tollwut

Eine weitere Verlaufsform ist die paralytische Rabies.

Dabei stehen zunehmend schlaffe Lähmungen im Vordergrund. Diese Form kann klinisch teilweise einem Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ähneln.

Es können auftreten:

  • Muskelschwäche

  • aufsteigende Lähmungen

  • Reflexverlust

  • Schluckstörungen

  • Atemlähmung

Eine solche Symptomatik benötigt eine sofortige neurologische und intensivmedizinische Abklärung.

Guillain-Barré-Syndrom – wichtige Abgrenzung

Das Guillain-Barré-Syndrom ist keine Tollwuterkrankung und wird nicht durch das Rabiesvirus als typische Ursache hervorgerufen.

GBS ist eine seltene akute immunvermittelte Erkrankung des peripheren Nervensystems, die häufig nach einer vorausgegangenen Infektion auftritt.

Typisch sind:

  • zunehmende Muskelschwäche

  • häufig beginnend an den Beinen

  • aufsteigende Lähmungserscheinungen

  • verminderte oder fehlende Reflexe

  • Kribbeln oder andere Sensibilitätsstörungen

  • gegebenenfalls Gesichtslähmung

  • Schluckstörungen

  • in schweren Fällen Atemlähmung

Die paralytische Form der Tollwut kann ein ähnliches neurologisches Bild verursachen, weshalb die genaue Vorgeschichte – insbesondere ein möglicher Tierkontakt – entscheidend sein kann.

Vorbeugung nach einem möglichen Tollwutkontakt

Die wichtigste Maßnahme bei Tollwut ist die Vorbeugung vor Auftreten der Erkrankung.

Nach einem möglichen Kontakt sollte die Wunde unverzüglich und gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und gespült werden. Eine geeignete antiseptische Wundbehandlung kann zusätzlich erfolgen.

Anschließend muss möglichst rasch medizinisch beurteilt werden, ob eine Tollwut-Postexpositionsprophylaxe (PEP) erforderlich ist.

Postexpositionsprophylaxe

Je nach Art der Exposition und vorausgegangenem Impfstatus kann die Behandlung umfassen:

  • sorgfältige Wundversorgung

  • Tollwutimpfung nach einem festgelegten Impfschema

  • bei zuvor nicht ausreichend Geimpften und entsprechender Exposition zusätzlich Tollwut-Immunglobulin

Das Immunglobulin wird, soweit anatomisch möglich, in beziehungsweise um die Wunde infiltriert.

Eine Postexpositionsprophylaxe sollte bei entsprechender Indikation nicht aufgeschoben werden.

Vorbeugende Tollwutimpfung

Eine Impfung vor einem möglichen Kontakt kann für Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko sinnvoll beziehungsweise empfohlen sein, beispielsweise:

  • bei bestimmten Reisen in Tollwut-Risikogebiete

  • bei längeren Aufenthalten mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung

  • bei beruflichem Umgang mit potenziell infizierten Tieren oder Lyssaviren

  • bei bestimmten Tätigkeiten mit Fledermäusen

Auch nach einer vollständigen vorbeugenden Impfung ist nach einem relevanten Tierkontakt eine medizinische Beurteilung und normalerweise eine Postexpositionsimpfung erforderlich. Das Behandlungsschema unterscheidet sich jedoch von dem bei ungeimpften Personen.

Tollwutimpfung und Guillain-Barré-Syndrom

Ein Guillain-Barré-Syndrom ist keine typische oder häufige Folge moderner Tollwutimpfstoffe. Neurologische Ereignisse nach Impfungen sind insgesamt selten und müssen individuell medizinisch beurteilt werden.

Entscheidend ist die Risikoabwägung: Bei einer tatsächlichen Tollwutexposition ist die Gefahr einer unbehandelten Rabiesinfektion außerordentlich hoch, da eine klinisch ausgebrochene Tollwut nahezu immer tödlich verläuft.

Eine medizinisch erforderliche Tollwut-Postexpositionsprophylaxe sollte daher nicht aus Angst vor einem Guillain-Barré-Syndrom eigenständig ausgelassen oder verzögert werden.

Keine vorbeugende Behandlung von GBS durch Tollwutmittel

Für das Guillain-Barré-Syndrom gibt es nach einem Tierbiss keine spezielle vorbeugende Behandlung im Sinne einer „GBS-Prophylaxe“. Nach einem möglichen Tollwutkontakt steht die Verhinderung der Rabiesinfektion durch korrekte Wundversorgung und gegebenenfalls Impfung und Immunglobulin im Vordergrund.

Treten anschließend zunehmende Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, Schluck- oder Atemprobleme auf, ist eine sofortige neurologische Abklärung erforderlich.

Homöopathie nach Dr. Banerji

In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei unterschiedlichen Beschwerden nach Tierverletzungen sowie bei neurologischen Symptomen festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.

Eine zuverlässige Vorbeugung oder Behandlung der Tollwut durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt. Ebenso ist eine Vorbeugung eines Guillain-Barré-Syndroms durch homöopathische Mittel wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Bei möglicher Tollwutexposition können homöopathische Präparate insbesondere weder die Tollwutimpfung noch das gegebenenfalls erforderliche Tollwut-Immunglobulin ersetzen. Eine Postexpositionsprophylaxe darf nicht verzögert werden.

Wichtiger Hinweis

Nach einem Biss oder Kratzer durch ein möglicherweise tollwutinfiziertes Tier beziehungsweise nach relevantem Kontakt mit einer Fledermaus sollte die betroffene Stelle sofort gründlich gereinigt und unverzüglich medizinisch abgeklärt werden.

Man sollte nicht abwarten, ob Symptome auftreten. Sobald eine Tollwuterkrankung klinisch ausgebrochen ist, bestehen praktisch keine zuverlässigen Heilungsmöglichkeiten mehr.

Bei neu auftretender Muskelschwäche, aufsteigenden Lähmungen, Schluckbeschwerden oder Atemproblemen ist ebenfalls sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Inhaltsstoffe: Stramonium, Arsenicum album, Hydrophobium

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