Poliomyelitis (Kinderlähmung, Polio) – Virusinfektion mit möglicher Schädigung des Nervensystems "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji
Dr. Banerji-Protokolle
Poliomyelitis (Kinderlähmung, Polio) – Virusinfektion mit möglicher Schädigung des Nervensystems
Die Poliomyelitis, auch Polio oder Kinderlähmung genannt, ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Polioviren verursacht wird. Trotz der Bezeichnung Kinderlähmung können sich auch Jugendliche und Erwachsene infizieren.
Die meisten Infektionen verlaufen ohne typische Lähmungserscheinungen. In einem kleinen Teil der Fälle befällt das Virus jedoch das zentrale Nervensystem und kann motorische Nervenzellen im Rückenmark und Hirnstamm schädigen. Dadurch können schlaffe Lähmungen entstehen, die teilweise dauerhaft bestehen bleiben.
Erreger
Polioviren gehören zur Gruppe der Enteroviren.
Historisch werden drei Wildpoliovirus-Typen unterschieden:
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Poliovirus Typ 1
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Poliovirus Typ 2
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Poliovirus Typ 3
Die Wildpoliovirus-Typen 2 und 3 gelten als ausgerottet. Wildpoliovirus Typ 1 ist weiterhin nicht weltweit vollständig eliminiert.
Neben Wildpolioviren können in Regionen mit unzureichender Impfquote auch zirkulierende impfstoffabgeleitete Polioviren auftreten.
Übertragung
Polioviren vermehren sich zunächst im Rachen und insbesondere im Darm.
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich fäkal-oral, beispielsweise durch:
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verunreinigte Hände
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kontaminiertes Wasser
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verunreinigte Lebensmittel
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engen Kontakt mit infizierten Personen
Infizierte Menschen können das Virus ausscheiden und weitergeben, auch wenn sie selbst keine deutlichen Beschwerden haben.
Symptomlose Infektion
Ein großer Teil der Poliovirusinfektionen verursacht überhaupt keine erkennbaren Symptome.
Dies ist epidemiologisch bedeutsam, da das Virus trotzdem weitergegeben werden kann.
Milder Krankheitsverlauf
Bei einem Teil der Erkrankten treten unspezifische Beschwerden auf, beispielsweise:
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Fieber
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Müdigkeit
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Kopfschmerzen
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Halsschmerzen
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Übelkeit und Erbrechen
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Bauchbeschwerden
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Muskel- und Gliederschmerzen
Diese Beschwerden können zunächst einer gewöhnlichen Virusinfektion ähneln.
Nichtparalytische Poliomyelitis
Wenn das Nervensystem betroffen ist, kann sich eine aseptische Meningitis entwickeln.
Mögliche Beschwerden sind:
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starke Kopfschmerzen
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Nackensteifigkeit
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Rückenschmerzen
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Muskelschmerzen
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Lichtempfindlichkeit
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Fieber
Eine neurologische Beteiligung erfordert eine rasche medizinische Abklärung.
Paralytische Poliomyelitis
In seltenen Fällen werden motorische Nervenzellen geschädigt und es entstehen akute schlaffe Lähmungen.
Charakteristisch können sein:
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plötzlich auftretende Muskelschwäche
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schlaffe Lähmung
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verminderte oder fehlende Reflexe
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häufig asymmetrische Verteilung
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Muskelschmerzen
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erhaltene Sensibilität trotz motorischer Lähmung
Besonders häufig können die Beine betroffen sein, grundsätzlich sind jedoch auch Arme und andere Muskelgruppen möglich.
Bulbäre Poliomyelitis
Besonders gefährlich ist eine Beteiligung des Hirnstamms.
Dabei können Nerven betroffen sein, die wichtige Funktionen kontrollieren.
Mögliche Folgen sind:
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Schluckstörungen
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Sprechstörungen
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Atemprobleme
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Störungen der Atemmuskulatur
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Kreislaufprobleme
Eine Beteiligung der Atemmuskulatur kann lebensbedrohlich sein und eine künstliche Beatmung erforderlich machen.
Historische „Eiserne Lunge“
Vor Einführung moderner Beatmungsverfahren wurden Patienten mit schwerer Atemlähmung teilweise in einer sogenannten Eisernen Lunge behandelt.
Dieses Unterdruckbeatmungsgerät wurde zu einem bekannten Symbol der schweren Poliomyelitis-Epidemien des 20. Jahrhunderts.
Bleibende Lähmungen
Die Erholung nach einer paralytischen Poliomyelitis ist unterschiedlich.
Ein Teil der Muskelkraft kann sich im Verlauf wieder erholen. Bei ausgeprägter Schädigung motorischer Nervenzellen können jedoch dauerhafte Folgen zurückbleiben, beispielsweise:
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Muskelschwäche
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Muskelschwund
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Lähmungen
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Fehlstellungen
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Bewegungseinschränkungen
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chronische Schmerzen
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Einschränkungen beim Gehen
Physiotherapie und Rehabilitation spielen bei verbleibenden Funktionsstörungen eine wichtige Rolle.
Post-Polio-Syndrom
Jahrzehnte nach einer durchgemachten paralytischen Poliomyelitis können bei manchen Betroffenen erneut beziehungsweise zunehmend Beschwerden auftreten.
Dies wird als Post-Polio-Syndrom bezeichnet.
Mögliche Symptome sind:
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neue oder zunehmende Muskelschwäche
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starke Ermüdbarkeit
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Muskelschmerzen
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Gelenkschmerzen
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Muskelabbau
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verminderte körperliche Belastbarkeit
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gelegentlich Schluck- oder Atemprobleme
Dabei handelt es sich nicht um eine erneute Poliovirusinfektion, sondern um Spätfolgen der früheren Schädigung des neuromuskulären Systems.
Diagnose
Bei Verdacht auf Poliomyelitis sind eine schnelle neurologische und infektiologische Abklärung sowie ein gezielter Erregernachweis erforderlich.
Je nach Situation können untersucht werden:
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Stuhlproben
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Rachenabstriche
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Blut
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Liquor
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weitere neurologische Untersuchungen
Der direkte Nachweis und die genaue Typisierung des Poliovirus sind auch aus Gründen des öffentlichen Gesundheitsschutzes von großer Bedeutung.
Behandlung
Eine spezifische antivirale Therapie, die eine Poliovirusinfektion zuverlässig beseitigt, steht nicht zur Verfügung.
Die Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsbild und kann umfassen:
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Überwachung der Atmung
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intensivmedizinische Behandlung
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Beatmung bei Atemlähmung
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Schmerzbehandlung
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Physiotherapie
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Ergotherapie
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Rehabilitation
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orthopädische Hilfsmittel
Bei akuter Lähmung steht zunächst die Stabilisierung lebenswichtiger Funktionen im Vordergrund.
Impfung gegen Poliomyelitis
Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Polio-Impfung.
Durch weltweite Impfprogramme konnte Poliomyelitis in den meisten Ländern weitgehend zurückgedrängt werden.
Ein ausreichender Impfschutz ist jedoch weiterhin wichtig, da Polioviren weltweit noch nicht vollständig eliminiert sind und eingeschleppte Fälle beziehungsweise Ausbrüche möglich bleiben.
Je nach Land und Impfprogramm werden unterschiedliche Polioimpfstoffe beziehungsweise Impfstrategien eingesetzt.
Polio ist noch nicht weltweit ausgerottet
Die weltweiten Impfprogramme verfolgen das Ziel einer vollständigen Ausrottung der Poliomyelitis.
Solange Polioviren jedoch noch zirkulieren, besteht insbesondere in Regionen mit niedriger Impfquote die Gefahr neuer Infektionsketten. Internationale Reisen können eine Einschleppung auch in zuvor poliofreie Regionen ermöglichen.
Homöopathie nach Dr. Banerji
In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei unterschiedlichen neurologischen Beschwerden, Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.
Eine zuverlässige Beseitigung des Poliovirus, Verhinderung einer paralytischen Poliomyelitis oder Wiederherstellung bereits zerstörter motorischer Nervenzellen durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt.
Homöopathische Mittel ersetzen insbesondere keinen Polio-Impfschutz und dürfen eine notwendige intensivmedizinische, neurologische oder rehabilitative Behandlung nicht ersetzen oder verzögern.
Wichtiger Hinweis
Eine plötzlich auftretende schlaffe Muskelschwäche oder Lähmung, insbesondere zusammen mit Fieber, starken Muskel- oder Rückenschmerzen, Schluckstörungen oder Atemproblemen, muss sofort medizinisch abgeklärt werden.
Bei Atem- oder Schluckstörungen handelt es sich um einen medizinischen Notfall.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Inhaltsstoffe: Calc. phosphorica, Cuprum met., Symphytum off., Hypericum perf., Calcarea phosphor, Lachesis mut., Ledum palustre
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