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ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) – mit unterschiedlichen Erscheinungsformen, Begleitsymptomen und individuellen Ausprägungen "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji

Dr. Banerji-Protokolle

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) – mit unterschiedlichen Erscheinungsformen, Begleitsymptomen und individuellen Ausprägungen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neuroentwicklungsbedingte Störung, die typischerweise bereits im Kindesalter beginnt und bei vielen Betroffenen bis ins Jugend- und Erwachsenenalter fortbesteht.

ADHS äußert sich nicht bei jedem Menschen gleich. Im Vordergrund können Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität stehen, wobei diese Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt und kombiniert sein können.

Gerade bei ADHS ist deshalb die individuelle Symptomkonstellation beziehungsweise „Signatur“ besonders wichtig. Konzentrationsprobleme allein reichen für die Diagnose nicht aus. Für eine sinnvolle Beurteilung müssen das gesamte Muster der Beschwerden, deren Beginn, Dauer, Ausprägung und Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche berücksichtigt werden.

Unterschiedliche Erscheinungsformen von ADHS

ADHS kann sich in verschiedenen klinischen Erscheinungsformen zeigen.

Vorwiegend unaufmerksame Symptomatik

Im Vordergrund stehen beispielsweise:

  • Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit länger aufrechtzuerhalten

  • leichte Ablenkbarkeit

  • häufiges Vergessen

  • Schwierigkeiten bei Planung und Organisation

  • häufiges Verlieren wichtiger Gegenstände

  • Probleme beim Abschließen begonnener Aufgaben

  • Flüchtigkeitsfehler

  • Schwierigkeiten, längeren Gesprächen oder Anweisungen zu folgen

  • Aufschieben unangenehmer oder länger dauernder Aufgaben

  • gedankliches Abschweifen

Eine deutliche körperliche Hyperaktivität muss dabei nicht vorhanden sein.

Vorwiegend hyperaktiv-impulsive Symptomatik

Mögliche Merkmale sind:

  • ausgeprägter Bewegungsdrang

  • Schwierigkeiten, längere Zeit ruhig zu sitzen

  • häufiges Aufstehen

  • innere oder äußere Unruhe

  • starkes Redebedürfnis

  • Unterbrechen anderer Personen

  • Schwierigkeiten abzuwarten

  • vorschnelle Entscheidungen

  • spontanes Handeln ohne ausreichende Berücksichtigung möglicher Folgen

Bei Erwachsenen zeigt sich Hyperaktivität häufig weniger durch offensichtliches Herumlaufen als durch eine ausgeprägte innere Unruhe oder ständige Aktivität.

Kombinierte Symptomatik

Bei vielen Betroffenen bestehen sowohl deutliche Aufmerksamkeitsprobleme als auch hyperaktiv-impulsive Symptome.

Die Ausprägung kann sich im Laufe des Lebens verändern.

Die individuelle „Signatur“ beachten

ADHS ist kein einheitliches Beschwerdebild. Zwei Menschen mit derselben Diagnose können sehr unterschiedliche Schwierigkeiten haben.

Bei der Beurteilung sollten deshalb möglichst viele individuelle Merkmale berücksichtigt werden, beispielsweise:

  • Aufmerksamkeit und Konzentration

  • Ablenkbarkeit

  • Impulsivität

  • körperliche Hyperaktivität

  • innere Unruhe

  • Vergesslichkeit

  • Organisationsprobleme

  • Zeitmanagement

  • emotionale Regulation

  • Frustrationstoleranz

  • Schlafverhalten

  • Motivation

  • schulische oder berufliche Leistungsfähigkeit

  • soziale Beziehungen

  • Reaktion auf Stress

  • vorhandene Begleiterkrankungen

Diese individuelle Gesamtkonstellation kann als persönliche Symptom-Signatur verstanden werden.

Konzentrationsprobleme und Ablenkbarkeit

Betroffene können Schwierigkeiten haben, ihre Aufmerksamkeit gezielt auf Aufgaben zu richten, insbesondere wenn diese:

  • monoton

  • wenig interessant

  • langwierig

  • organisatorisch anspruchsvoll

sind.

Bei starkem persönlichem Interesse kann dagegen teilweise eine sehr intensive Konzentration auf eine bestimmte Tätigkeit auftreten, die umgangssprachlich häufig als Hyperfokus bezeichnet wird.

Dies widerspricht einer ADHS nicht. Das Problem betrifft häufig weniger die grundsätzliche Fähigkeit zur Aufmerksamkeit als deren Steuerung und situationsgerechte Regulation.

Exekutive Funktionen

Bei ADHS können sogenannte exekutive Funktionen beeinträchtigt sein.

Dazu gehören unter anderem:

  • Planung

  • Priorisierung

  • Arbeitsgedächtnis

  • Zeitmanagement

  • Selbstkontrolle

  • Aufgabenbeginn

  • Durchhaltevermögen

  • Wechsel zwischen Aufgaben

Dadurch können Betroffene trotz guter intellektueller Fähigkeiten Schwierigkeiten haben, vorhandenes Wissen zuverlässig in strukturierte Handlungen umzusetzen.

Emotionale Dysregulation

Bei manchen Menschen mit ADHS treten zusätzlich Schwierigkeiten bei der Regulation von Emotionen auf.

Möglich sind:

  • schnelle Reizbarkeit

  • geringe Frustrationstoleranz

  • starke emotionale Reaktionen

  • Ungeduld

  • schnelle Stimmungswechsel

  • Schwierigkeiten, sich nach emotionaler Erregung wieder zu beruhigen

Diese Beschwerden können erheblich sein, gehören jedoch nicht bei jedem Betroffenen gleichermaßen zum Erscheinungsbild.

ADHS bei Kindern

Bei Kindern können insbesondere auffallen:

  • starke Ablenkbarkeit

  • Schwierigkeiten beim Zuhören

  • häufiges Vergessen von Schulmaterial

  • Probleme mit Hausaufgaben

  • motorische Unruhe

  • impulsives Verhalten

  • häufiges Unterbrechen

  • Schwierigkeiten beim Einhalten von Regeln

  • Probleme beim Warten

  • schulische Leistungsprobleme trotz vorhandener Fähigkeiten

Für eine ADHS-Diagnose ist wichtig, dass die Symptomatik nicht lediglich gelegentlich auftritt, sondern über längere Zeit besteht und relevante Beeinträchtigungen verursacht.

ADHS bei Erwachsenen

ADHS kann bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Mögliche Beschwerden sind:

  • chronische Desorganisation

  • Schwierigkeiten bei Terminplanung

  • häufiges Zuspätkommen

  • Aufschieben wichtiger Aufgaben

  • Vergesslichkeit

  • Probleme mit längerfristigen Projekten

  • innere Unruhe

  • impulsive Entscheidungen

  • Schwierigkeiten bei finanzieller oder administrativer Organisation

  • häufige Arbeitsplatz- oder Tätigkeitswechsel

  • Konflikte in Beziehungen

  • Schlafprobleme

  • Schwierigkeiten mit Alltagsroutinen

Manche Erwachsene werden erst diagnostiziert, nachdem bei einem ihrer Kinder ADHS festgestellt wurde.

ADHS bei Frauen und Mädchen

Bei Mädchen und Frauen kann ADHS leichter übersehen werden, insbesondere wenn weniger auffällige Hyperaktivität und stärker Unaufmerksamkeit, innere Unruhe oder Organisationsprobleme bestehen.

Mögliche Zeichen können sein:

  • Tagträumen

  • Vergesslichkeit

  • Schwierigkeiten mit Alltagsorganisation

  • innere Anspannung

  • emotionale Überforderung

  • Probleme mit Zeitmanagement

Eine weniger sichtbare Symptomatik bedeutet nicht zwangsläufig eine geringere Beeinträchtigung.

Begleiterkrankungen

ADHS kann gemeinsam mit anderen Erkrankungen beziehungsweise Störungen auftreten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Angststörungen

  • depressive Erkrankungen

  • Schlafstörungen

  • Lernstörungen

  • Lese-Rechtschreib-Störung

  • Rechenstörung

  • Tic-Störungen

  • Autismus-Spektrum-Störung

  • oppositionelle Verhaltensprobleme

  • Substanzgebrauchsstörungen

Diese Begleiterkrankungen können das Erscheinungsbild verändern und sollten bei Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden.

Andere Ursachen ähnlicher Beschwerden

Nicht jede Konzentrationsstörung oder innere Unruhe ist ADHS.

Ähnliche Beschwerden können beispielsweise auftreten bei:

  • Schlafmangel

  • chronischem Stress

  • Angststörungen

  • Depression

  • bipolarer Erkrankung

  • Schilddrüsenerkrankungen

  • bestimmten Medikamenten

  • Substanzkonsum

  • Lernstörungen

  • neurologischen Erkrankungen

Deshalb sollte die Diagnose nicht ausschließlich anhand einzelner Symptome oder eines Online-Fragebogens gestellt werden.

Diagnostik

Es gibt keinen einzelnen Blutwert, Gehirnscan oder anderen Test, der ADHS allein zuverlässig diagnostiziert.

Die Diagnostik umfasst je nach Alter und Situation verschiedene Bausteine:

  • ausführliche Anamnese

  • Erfassung aktueller Symptome

  • Entwicklungsgeschichte seit der Kindheit

  • standardisierte Fragebögen

  • Informationen aus Schule, Familie oder Partnerschaft, soweit sinnvoll

  • Beurteilung verschiedener Lebensbereiche

  • Untersuchung möglicher Begleiterkrankungen

  • Ausschluss anderer Ursachen

Entscheidend ist, dass charakteristische Symptome bereits in der Entwicklung vorhanden waren und zu einer relevanten Beeinträchtigung führen.

Behandlung – mehrere Möglichkeiten

Die Behandlung sollte an Alter, Symptom-Signatur, Schweregrad, Begleiterkrankungen, Lebenssituation und individuelle Therapieziele angepasst werden.

Es gibt nicht nur eine einzige Behandlungsoption.

Mögliche Bausteine sind:

  • Aufklärung und Psychoedukation

  • Verhaltenstherapie

  • Elterntraining bei Kindern

  • schulische Unterstützung

  • Coaching und Organisationsstrategien

  • Anpassung von Arbeits- und Lernstrukturen

  • Schlaf- und Tagesstruktur

  • regelmäßige körperliche Aktivität

  • Behandlung vorhandener Begleiterkrankungen

  • medikamentöse Therapie

Häufig werden mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert.

Medikamentöse Behandlung – verschiedene Optionen

Wenn eine medikamentöse Behandlung angezeigt ist, stehen unterschiedliche Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffgruppen zur Verfügung.

Zu den Stimulanzien gehören insbesondere:

  • Methylphenidat

  • Lisdexamfetamin

  • je nach Land und Zulassung weitere Amphetaminpräparate

Daneben stehen Nicht-Stimulanzien zur Verfügung, beispielsweise:

  • Atomoxetin

  • Guanfacin in bestimmten Altersgruppen und Situationen

Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Alter, individueller Symptomatik, Wirkdauer, Begleiterkrankungen, Nebenwirkungen und persönlicher Reaktion ab.

Nicht jeder Patient reagiert auf dasselbe Medikament gleich gut.

Unterschiedliche Wirkdauer

Bei ADHS-Medikamenten gibt es kurz und länger wirksame Präparate beziehungsweise unterschiedliche Retardformulierungen.

Dadurch kann die Behandlung an den individuellen Tagesablauf angepasst werden, beispielsweise an:

  • Schulzeit

  • Arbeitszeit

  • Nachmittagsbetreuung

  • Hausaufgaben

  • Abendstunden

Die Auswahl und Dosierung sollten individuell ärztlich eingestellt werden.

Verlauf und Kontrolle

Bei medikamentöser Behandlung werden abhängig vom verwendeten Wirkstoff unter anderem kontrolliert:

  • Wirkung auf die ADHS-Symptomatik

  • Appetit

  • Körpergewicht und bei Kindern Wachstum

  • Schlaf

  • Blutdruck

  • Puls

  • Stimmung

  • mögliche Nebenwirkungen

Die optimale Therapie kann eine schrittweise Anpassung erfordern.

Alltag und Struktur

Praktische Strategien können unabhängig von einer medikamentösen Behandlung hilfreich sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • feste Tagesabläufe

  • klare Prioritäten

  • Aufgaben in kleine Schritte unterteilen

  • Kalender und Erinnerungen verwenden

  • feste Plätze für wichtige Gegenstände

  • Ablenkungen während konzentrierter Arbeit reduzieren

  • regelmäßige Pausen

  • realistische Zeitfenster

  • ausreichend Schlaf

  • regelmäßige körperliche Bewegung

Welche Maßnahmen tatsächlich helfen, hängt wiederum von der individuellen ADHS-Signatur ab.

Homöopathie nach Dr. Banerji

In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei Konzentrationsproblemen, Unruhe, Impulsivität, Schlafproblemen und anderen begleitenden Beschwerden unterschiedliche festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.

Gerade bei einem vielgestaltigen Beschwerdebild wie ADHS können unterschiedliche Symptome im Vordergrund stehen. Bei der Beschreibung der Beschwerden sollte deshalb die individuelle Symptom-Signatur berücksichtigt werden.

Eine zuverlässige Behandlung der Kernsymptome einer ADHS durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt. Homöopathische Präparate sollten eine notwendige fachärztliche beziehungsweise psychologische Diagnostik und eine evidenzbasierte Behandlung nicht ersetzen oder verzögern.

Insbesondere sollten verordnete ADHS-Medikamente nicht eigenständig abgesetzt oder verändert werden.

Wichtiger Hinweis

ADHS kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität können in verschiedenen Kombinationen auftreten, zusätzlich können Schlafprobleme, emotionale Regulationsprobleme, Lernschwierigkeiten oder andere Begleiterkrankungen bestehen.

Deshalb sind eine sorgfältige Diagnostik und eine individuell auf die jeweilige Symptom-Signatur abgestimmte Auswahl aus mehreren Behandlungsmöglichkeiten besonders wichtig.

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Inhaltsstoffe: Stramonium, Anacardium, Hyosciamus, Merc. solub., Aethusa cynapium, Calc. phos., Carcinosinum, Brahmi, Lachesis mut

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