Enuresis (Bettnässen) – unwillkürliches nächtliches Wasserlassen "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji
Dr. Banerji-Protokolle
Enuresis (Bettnässen) – unwillkürliches nächtliches Wasserlassen
Die Enuresis, umgangssprachlich Bettnässen, bezeichnet das wiederholte unwillkürliche Einnässen während des Schlafes bei Kindern ab einem Alter, in dem eine ausreichende nächtliche Blasenkontrolle normalerweise erwartet werden kann. Medizinisch wird die Diagnose üblicherweise ab einem Alter von fünf Jahren verwendet.
Bettnässen ist im Kindesalter relativ häufig und geschieht nicht absichtlich. Die Ursachen können unterschiedlich sein und reichen von einer verzögerten Entwicklung der nächtlichen Blasenkontrolle über eine erhöhte nächtliche Urinproduktion bis zu einer verminderten funktionellen Blasenkapazität.
Primäre und sekundäre Enuresis
Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden.
Primäre Enuresis:
Das Kind war nachts noch nie über einen längeren Zeitraum zuverlässig trocken. Diese Form ist am häufigsten.
Sekundäre Enuresis:
Das Kind war bereits mindestens etwa sechs Monate nachts trocken und beginnt anschließend erneut einzunässen.
Bei einer sekundären Enuresis sollte besonders sorgfältig nach möglichen körperlichen oder belastenden psychosozialen Auslösern gesucht werden.
Monosymptomatische Enuresis
Bei einer monosymptomatischen Enuresis nocturna tritt das Einnässen ausschließlich nachts auf. Tagsüber bestehen keine relevanten Blasenbeschwerden.
Nicht-monosymptomatische Enuresis
Zusätzlich zum nächtlichen Einnässen können Beschwerden am Tag auftreten, beispielsweise:
-
sehr häufiger Harndrang
-
plötzlich starker Harndrang
-
Einnässen am Tag
-
ungewöhnlich seltenes Wasserlassen
-
Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung
-
wiederkehrende Harnwegsinfektionen
In solchen Fällen sollte eine mögliche Funktionsstörung von Blase oder Harnwegen genauer untersucht werden.
Wie entsteht Bettnässen?
Die nächtliche Blasenkontrolle entwickelt sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
Eine Rolle spielen unter anderem:
-
Reifung des Nervensystems
-
Wahrnehmung einer gefüllten Blase während des Schlafes
-
funktionelle Blasenkapazität
-
nächtliche Urinproduktion
-
Regulation durch das antidiuretische Hormon Vasopressin (ADH)
-
genetische Veranlagung
Bei manchen Kindern wird nachts relativ viel Urin produziert, während andere bei gefüllter Blase nicht rechtzeitig aufwachen.
Familiäre Veranlagung
Enuresis tritt familiär gehäuft auf. Waren Eltern oder Geschwister im Kindesalter länger Bettnässer, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch ein Kind später trocken wird.
Dies weist auf eine wichtige genetische und entwicklungsbedingte Komponente hin.
Verstopfung und Bettnässen
Eine häufig übersehene Begleiterkrankung ist Verstopfung (Obstipation).
Ein stark gefüllter Enddarm kann die Blasenfunktion beeinflussen und sowohl nächtliches Einnässen als auch Beschwerden am Tag verstärken.
Eine bestehende Obstipation sollte deshalb erkannt und entsprechend behandelt werden.
Weitere mögliche Ursachen und Begleiterkrankungen
Bei bestimmten Kindern können unter anderem folgende Faktoren eine Rolle spielen:
-
Harnwegsinfektionen
-
überaktive Blase
-
ausgeprägte Verstopfung
-
Schlafstörungen
-
obstruktive Schlafapnoe beziehungsweise starkes Schnarchen
-
Diabetes mellitus
-
selten anatomische oder neurologische Erkrankungen der Harnwege beziehungsweise Blase
Insbesondere bei starkem Durst und deutlich vermehrter Urinmenge sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.
Diagnose
In vielen Fällen reichen eine ausführliche Anamnese und ein Blasen- beziehungsweise Trinktagebuch zunächst aus.
Dabei können dokumentiert werden:
-
Trinkmengen
-
Zeitpunkt des Wasserlassens
-
Häufigkeit des Einnässens
-
Urinmengen
-
Beschwerden am Tag
-
Stuhlgang und mögliche Verstopfung
Je nach Beschwerden können zusätzlich sinnvoll sein:
-
Urinuntersuchung
-
körperliche Untersuchung
-
Ultraschall von Nieren und Blase
-
Restharnbestimmung
-
weitere urologische Untersuchungen bei auffälligen Befunden
Behandlung
Nicht jedes Kind benötigt sofort eine medikamentöse Behandlung. Die Therapie richtet sich nach Alter, Häufigkeit des Einnässens, Leidensdruck und möglichen Begleiterkrankungen.
Grundlegende Maßnahmen können sein:
-
regelmäßige Toilettengänge während des Tages
-
ausreichendes Trinken hauptsächlich tagsüber
-
vor dem Schlafengehen die Blase entleeren
-
bestehende Verstopfung behandeln
-
Blasen- und Trinkgewohnheiten strukturieren
-
Kind nicht bestrafen oder beschämen
Klingelhose beziehungsweise Enuresis-Alarm
Eine gut etablierte Behandlungsmöglichkeit ist die Alarmtherapie.
Ein Feuchtigkeitssensor löst beim Beginn des Einnässens ein Signal aus. Durch konsequente Anwendung soll das Kind lernen, auf eine gefüllte Blase beziehungsweise beginnendes Wasserlassen während des Schlafes zu reagieren.
Die Behandlung benötigt Geduld und konsequente Unterstützung durch die Familie, kann jedoch langfristig gute Ergebnisse erzielen.
Desmopressin
In bestimmten Situationen kann Desmopressin eingesetzt werden. Es vermindert die nächtliche Urinproduktion und kann insbesondere bei Kindern mit erhöhter nächtlicher Urinmenge wirksam sein.
Bei Desmopressin müssen die ärztlichen Vorgaben zur Flüssigkeitszufuhr unbedingt eingehalten werden, da eine übermäßige Flüssigkeitsaufnahme in seltenen Fällen zu einer gefährlichen Hyponatriämie führen kann.
Psychische Belastung
Bettnässen kann für Kinder und Jugendliche emotional belastend sein, insbesondere bei:
-
Übernachtungen bei Freunden
-
Schulausflügen
-
Ferienlagern
-
Reisen
Druck, Bestrafung oder Beschämung sind nicht hilfreich und können die Belastung verstärken.
Bei sekundärer Enuresis können belastende Lebensereignisse eine Rolle spielen. Trotzdem sollten zunächst auch mögliche körperliche Ursachen berücksichtigt werden.
Enuresis bei Jugendlichen und Erwachsenen
Persistierendes oder neu auftretendes Bettnässen bei Jugendlichen und insbesondere bei Erwachsenen sollte medizinisch abgeklärt werden.
Mögliche Ursachen unterscheiden sich teilweise von denen im Kindesalter und können urologische, neurologische, metabolische oder schlafbezogene Erkrankungen umfassen.
Homöopathie nach Dr. Banerji
In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei Enuresis und unterschiedlichen funktionellen Blasenbeschwerden festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.
Eine zuverlässige Behandlung der Enuresis durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt.
Bewährte diagnostische und therapeutische Maßnahmen wie die Behandlung einer Obstipation, Alarmtherapie oder eine medizinisch angezeigte medikamentöse Behandlung sollten deshalb nicht ersetzt oder verzögert werden.
Wichtiger Hinweis
Eine ärztliche beziehungsweise kinderärztliche oder urologische Abklärung ist besonders wichtig bei neu auftretendem Bettnässen nach längerer Trockenheit, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, auffällig starkem Durst, sehr großen Urinmengen, Einnässen am Tag, wiederkehrenden Harnwegsinfektionen oder anderen Auffälligkeiten der Blasenentleerung.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Inhaltsstoffe: Medorrhinum
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