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Zystitis (Cystitis), Harnwegsinfekt und Blasenentzündung – akute oder wiederkehrende Entzündung der Harnblase "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji

Dr. Banerji-Protokolle

Zystitis (Cystitis), Harnwegsinfekt und Blasenentzündung – akute oder wiederkehrende Entzündung der Harnblase

Eine Zystitis (Blasenentzündung) ist eine Entzündung der Harnblase und gehört zu den häufigsten Formen eines Harnwegsinfekts (HWI). In den meisten Fällen wird sie durch Bakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Blase gelangen.

Der Begriff Harnwegsinfekt ist weiter gefasst: Er umfasst Infektionen der Harnröhre und Blase sowie aufsteigende Infektionen der oberen Harnwege bis zu den Nieren. Eine auf die Blase begrenzte Infektion wird als Zystitis bezeichnet.

Typische Symptome einer Blasenentzündung

Häufige Beschwerden sind:

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen

  • häufiger Harndrang

  • plötzlich starker Harndrang

  • Entleerung nur kleiner Urinmengen

  • Druck oder Schmerzen im Unterbauch

  • unangenehmes Gefühl im Bereich der Blase

  • trüber Urin

  • gelegentlich Blut im Urin

Ein auffälliger Geruch oder eine Trübung des Urins allein beweist noch keine bakterielle Harnwegsinfektion.

Häufigste Erreger

Der häufigste Erreger einer unkomplizierten Zystitis ist Escherichia coli (E. coli). Dieses Bakterium gehört zur normalen Darmflora und kann aus dem Anal- beziehungsweise Genitalbereich in die Harnröhre gelangen.

Weitere mögliche Erreger sind beispielsweise:

  • Klebsiella

  • Proteus

  • Enterococcus

  • Staphylococcus saprophyticus

  • andere Bakterien

Warum sind Frauen häufiger betroffen?

Frauen erkranken deutlich häufiger an einer Blasenentzündung. Ein wesentlicher Grund ist die kürzere Harnröhre, wodurch Bakterien leichter bis zur Blase gelangen können.

Begünstigende Faktoren können sein:

  • Geschlechtsverkehr

  • Schwangerschaft

  • hormonelle Veränderungen nach der Menopause

  • vorausgegangene Harnwegsinfektionen

  • Restharnbildung

  • Harnsteine

  • Diabetes mellitus

  • Harnkatheter

  • anatomische oder funktionelle Veränderungen der Harnwege

Akute Zystitis

Bei einer akuten unkomplizierten Zystitis treten die Beschwerden meist relativ plötzlich auf.

Typisch sind Brennen beim Wasserlassen und häufiger beziehungsweise starker Harndrang. Hohes Fieber und ausgeprägte Flankenschmerzen gehören dagegen nicht zum typischen Bild einer einfachen Blasenentzündung und können auf eine Beteiligung der Nieren hinweisen.

Rezidivierende Zystitis – wiederkehrende Harnwegsinfekte

Treten Blasenentzündungen immer wieder auf, spricht man von rezidivierenden Harnwegsinfektionen.

Als gebräuchliche Definition gelten:

  • mindestens zwei Infektionen innerhalb von sechs Monaten oder

  • mindestens drei Infektionen innerhalb eines Jahres

Bei häufig wiederkehrenden Beschwerden sollte überprüft werden, ob begünstigende Faktoren oder andere Erkrankungen vorliegen.

Chronische oder länger bestehende Blasenbeschwerden

Nicht jede länger bestehende Symptomatik mit Harndrang, Brennen oder Blasenschmerzen ist eine chronische bakterielle Infektion.

Bei wiederholt negativen Urinkulturen müssen auch andere Ursachen berücksichtigt werden, beispielsweise:

  • interstitielle Zystitis / Bladder Pain Syndrome

  • überaktive Blase

  • Harnsteine

  • Urethritis

  • vaginale Erkrankungen

  • sexuell übertragbare Infektionen

  • Beckenbodenfunktionsstörungen

  • Prostataerkrankungen beim Mann

Eine wiederholte Antibiotikatherapie ohne gesicherten bakteriellen Befund sollte vermieden werden.

Aufsteigender Harnwegsinfekt – Nierenbeckenentzündung

Bakterien können von der Blase über die Harnleiter zu den Nieren aufsteigen und eine Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) verursachen.

Warnzeichen sind insbesondere:

  • Fieber

  • Schüttelfrost

  • Flanken- oder Rückenschmerzen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • deutliches Krankheitsgefühl

Eine Nierenbeckenentzündung benötigt eine rasche medizinische Behandlung.

Diagnose

Je nach Beschwerden und Risikoprofil können zur Abklärung eingesetzt werden:

  • Urinuntersuchung

  • Urinteststreifen

  • Urinsediment

  • Urinkultur

  • Resistenzbestimmung

  • Ultraschall von Nieren und Blase

  • Restharnmessung

  • bei wiederkehrenden oder komplizierten Beschwerden weitere urologische Untersuchungen

Eine Urinkultur ist insbesondere bei wiederkehrenden, komplizierten oder therapieresistenten Infektionen sowie in bestimmten Risikosituationen wichtig.

Bakterien im Urin ohne Beschwerden

Werden Bakterien im Urin nachgewiesen, ohne dass typische Beschwerden bestehen, spricht man von einer asymptomatischen Bakteriurie.

Diese muss nicht grundsätzlich antibiotisch behandelt werden. Ausnahmen bestehen insbesondere in bestimmten Situationen während der Schwangerschaft und vor ausgewählten urologischen Eingriffen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Beschwerden, Schweregrad und individuellen Risikofaktoren.

Bei einer bakteriellen Zystitis können Antibiotika erforderlich beziehungsweise sinnvoll sein. Die Auswahl des geeigneten Präparates richtet sich unter anderem nach:

  • Art der Infektion

  • möglichem Erreger

  • Resistenzsituation

  • vorausgegangenen Antibiotikabehandlungen

  • Nierenfunktion

  • Schwangerschaft

  • Begleiterkrankungen

Unnötige Antibiotikabehandlungen sollten vermieden werden, um Nebenwirkungen und die Entwicklung resistenter Bakterien zu reduzieren.

Flüssigkeitszufuhr

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist grundsätzlich sinnvoll, sofern keine medizinischen Gründe für eine Flüssigkeitsbeschränkung bestehen.

Extrem große Trinkmengen sind jedoch nicht notwendig und können bei bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen ungeeignet sein.

Vorbeugung wiederkehrender Blasenentzündungen

Je nach Ursache und individueller Situation können verschiedene Maßnahmen sinnvoll sein:

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • regelmäßige Blasenentleerung

  • Harn nicht unnötig lange zurückhalten

  • Behandlung von Restharn oder Harnabflussstörungen

  • Behandlung von Harnsteinen

  • gute Einstellung eines Diabetes

  • Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapien

Bei Frauen nach der Menopause kann bei geeigneter Indikation eine lokale vaginale Östrogentherapie das Risiko wiederkehrender Harnwegsinfektionen reduzieren.

Bei häufigen Rezidiven können nach ärztlicher Beurteilung weitere vorbeugende Strategien infrage kommen.

Zystitis beim Mann

Eine Blasenentzündung beim Mann sollte sorgfältig abgeklärt werden.

Mögliche begünstigende Faktoren sind:

  • Prostatavergrößerung

  • Restharn

  • Harnsteine

  • Harnabflussstörungen

  • Beteiligung der Prostata

Fieber, Schmerzen im Damm- oder Beckenbereich und Schwierigkeiten beim Wasserlassen können auf eine Prostatitis hinweisen.

Zystitis in der Schwangerschaft

Harnwegsinfektionen während der Schwangerschaft benötigen eine besondere medizinische Beurteilung, da das Risiko einer aufsteigenden Infektion erhöht sein kann.

Auch eine asymptomatische Bakteriurie besitzt während der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung und sollte entsprechend medizinisch beurteilt werden.

Blut im Urin

Eine Blasenentzündung kann gelegentlich sichtbares Blut im Urin verursachen.

Insbesondere bei wiederholter oder anhaltender Hämaturie, bei Blut im Urin ohne typische Infektbeschwerden oder wenn die Blutbeimengung nach Behandlung des Infekts bestehen bleibt, ist eine weitere urologische Abklärung erforderlich.

Homöopathie nach Dr. Banerji

In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei Zystitis, Harnwegsinfekten und unterschiedlichen Blasenbeschwerden festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.

Eine zuverlässige Beseitigung einer bakteriellen Blasenentzündung oder Verhinderung einer aufsteigenden Infektion durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt.

Eine notwendige medizinische Diagnostik und antibiotische Behandlung darf deshalb nicht durch homöopathische Mittel ersetzt oder verzögert werden.

Wichtiger Hinweis

Bei Fieber, Schüttelfrost, Flanken- oder Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl muss an eine Beteiligung der Nieren gedacht werden und eine rasche ärztliche Abklärung erfolgen.

Auch Beschwerden bei Schwangeren, Männern, Kindern, Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr, bekannten Harnabflussstörungen sowie häufig wiederkehrenden Harnwegsinfekten sollten medizinisch abgeklärt werden.

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Inhaltsstoffe: Cantharis, Chimaphila umbellata, Staphysagria, Medorrhinum, Stramonium, Arsenicum album

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