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Tonsillitis (Mandelentzündung), Peritonsillarabszess und Sepsis – akute Entzündungen und mögliche schwere Komplikationen "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji

Dr. Banerji-Protokolle

Tonsillitis (Mandelentzündung), Peritonsillarabszess und Sepsis – akute Entzündungen und mögliche schwere Komplikationen

Eine Tonsillitis (Mandelentzündung) ist eine akute oder wiederkehrende Entzündung der Gaumenmandeln. Sie wird häufig durch Viren, teilweise jedoch auch durch Bakterien, insbesondere Gruppe-A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes), verursacht.

Die meisten Mandelentzündungen heilen ohne schwerwiegende Folgen aus. Eine bakterielle Infektion kann jedoch in seltenen Fällen auf das umliegende Gewebe übergreifen und zu einem Peritonsillarabszess führen. Gelangen Bakterien oder deren Bestandteile in die Blutbahn und entwickelt sich eine schwere systemische Reaktion, kann eine Sepsis entstehen.

Tonsillitis – Mandelentzündung

Typische Beschwerden einer akuten Tonsillitis sind:

  • Halsschmerzen

  • Schmerzen beim Schlucken

  • gerötete und geschwollene Mandeln

  • weißliche oder eitrig erscheinende Beläge

  • Fieber

  • geschwollene und schmerzhafte Halslymphknoten

  • Kopfschmerzen

  • allgemeines Krankheitsgefühl

  • unangenehmer Mundgeruch

Das Vorhandensein von Belägen bedeutet nicht automatisch, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Auch Virusinfektionen können ausgeprägte Mandelbeläge verursachen.

Virale oder bakterielle Tonsillitis

Viele akute Mandelentzündungen werden durch Viren verursacht.

Mögliche virale Erreger sind beispielsweise:

  • Adenoviren

  • Influenza- und Parainfluenzaviren

  • Epstein-Barr-Virus

  • verschiedene andere Atemwegsviren

Eine wichtige bakterielle Ursache sind Gruppe-A-Streptokokken.

Ein ausgeprägter Husten, Schnupfen und Heiserkeit sprechen eher für eine virale Atemwegsinfektion. Plötzlich auftretende starke Halsschmerzen mit Fieber und schmerzhaften Halslymphknoten ohne Husten können eher zu einer Streptokokkeninfektion passen.

Eine sichere Unterscheidung ist anhand der Symptome allein jedoch nicht immer möglich.

Diagnose

Je nach klinischem Bild können eingesetzt werden:

  • Untersuchung von Mund, Rachen und Mandeln

  • Abtasten der Halslymphknoten

  • Streptokokken-Schnelltest

  • Rachenabstrich beziehungsweise Kultur

  • gegebenenfalls Blutuntersuchungen

Bei Verdacht auf einen Abszess können zusätzlich bildgebende Untersuchungen erforderlich sein.

Behandlung der Tonsillitis

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Bei einer unkomplizierten viralen Tonsillitis stehen vor allem symptomatische Maßnahmen im Vordergrund:

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • körperliche Schonung

  • geeignete Schmerzmittel

  • Fiebersenkung bei Bedarf

Antibiotika wirken nicht gegen Viren.

Bei einer entsprechenden bakteriellen Streptokokkeninfektion kann eine gezielte antibiotische Behandlung erforderlich beziehungsweise empfohlen sein.

Peritonsillarabszess – Abszess neben der Mandel

Ein Peritonsillarabszess ist eine Eiteransammlung im Gewebe neben beziehungsweise hinter einer Gaumenmandel. Er kann als Komplikation einer Infektion im Mandel- und Rachenbereich entstehen.

Es handelt sich um eine behandlungsbedürftige Erkrankung, da sich die Infektion in tiefere Halsräume ausbreiten und im ungünstigen Fall die Atemwege gefährden kann.

Typische Symptome eines Peritonsillarabszesses

Charakteristisch sind häufig:

  • sehr starke Halsschmerzen

  • meist deutlich einseitige Beschwerden

  • starke Schluckschmerzen

  • Schwierigkeiten beim Schlucken

  • Speichelfluss, weil Schlucken kaum möglich ist

  • eingeschränkte Mundöffnung (Trismus/Kieferklemme)

  • kloßige oder auffällig veränderte Stimme

  • Fieber

  • starke Schwellung im Rachen

  • Ohrenschmerzen auf der betroffenen Seite

  • geschwollene Halslymphknoten

  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl

Die betroffene Mandel beziehungsweise das umliegende Gewebe kann stark vorgewölbt sein. Das Zäpfchen kann zur Gegenseite verdrängt werden.

Behandlung eines Mandelabszesses

Ein Peritonsillarabszess benötigt eine rasche ärztliche beziehungsweise HNO-ärztliche Behandlung.

Je nach Befund können erforderlich sein:

  • Antibiotika

  • Schmerztherapie

  • Flüssigkeitszufuhr

  • Punktion und Absaugen des Eiters

  • operative Eröffnung und Drainage

  • in bestimmten Situationen operative Entfernung der Mandeln

Bei drohender Atemwegsverlegung hat die Sicherung der Atemwege höchste Priorität.

Ausbreitung der Infektion

Eine Infektion im Mandel- und Rachenbereich kann sich selten über die ursprüngliche Region hinaus ausbreiten.

Mögliche Komplikationen sind:

  • Peritonsillarabszess

  • tiefe Halsinfektionen

  • Parapharyngealabszess

  • Retropharyngealabszess

  • Ausbreitung in den Brustraum

  • Blutstrominfektion

  • Sepsis

Tiefe Halsinfektionen können aufgrund der anatomischen Nähe zu Atemwegen, großen Blutgefäßen und Brustraum besonders gefährlich sein.

Sepsis

Eine Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organdysfunktion infolge einer fehlregulierten Reaktion des Körpers auf eine Infektion.

Sie wird umgangssprachlich häufig als „Blutvergiftung“ bezeichnet, ist aber wesentlich komplexer als lediglich das Vorhandensein von Bakterien im Blut.

Grundsätzlich kann auch eine schwere bakterielle Infektion im Hals- und Mandelbereich Ausgangspunkt einer Sepsis sein.

Warnzeichen einer Sepsis

Mögliche Zeichen sind:

  • sehr schweres Krankheitsgefühl

  • Verwirrtheit oder Bewusstseinsveränderungen

  • schnelle Atmung oder Atemnot

  • Kreislaufprobleme

  • niedriger Blutdruck

  • schneller Puls

  • ungewöhnlich kalte oder fleckige Haut

  • deutlich verminderte Urinausscheidung

  • extreme Schwäche

Fieber kann vorhanden sein, muss aber nicht. Auch eine ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur kann bei einer schweren Infektion auftreten.

Eine mögliche Sepsis ist ein medizinischer Notfall und benötigt sofortige Krankenhausbehandlung.

Lemierre-Syndrom – seltene schwere Komplikation

Eine seltene, aber wichtige Komplikation einer Racheninfektion ist das Lemierre-Syndrom.

Dabei kann sich nach einer Infektion des Rachens eine infizierte Thrombose einer Halsvene entwickeln. Von dort können sich infektiöse Embolien insbesondere in die Lunge ausbreiten.

Warnzeichen nach einer vorausgegangenen Halsentzündung können sein:

  • erneutes oder anhaltend hohes Fieber

  • starke einseitige Hals- oder Nackenschmerzen

  • Halsschwellung

  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl

  • Atemnot oder Brustschmerzen

Dies erfordert eine sofortige medizinische Abklärung.

Wiederkehrende oder chronische Tonsillitis

Bei häufig wiederkehrenden Mandelentzündungen sollte beurteilt werden, wie oft die Erkrankungen auftreten, wie schwer sie verlaufen und ob Komplikationen entstehen.

Bei ausgewählten Patienten mit häufigen und erheblichen Beschwerden kann eine Tonsillektomie (operative Entfernung der Gaumenmandeln) erwogen werden.

Die Entscheidung erfolgt individuell anhand von Häufigkeit, Schweregrad und Nutzen-Risiko-Abwägung.

Homöopathie nach Dr. Banerji

In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei Mandelentzündungen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und damit verbundenen Beschwerden festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.

Eine zuverlässige Beseitigung einer bakteriellen Tonsillitis, Behandlung eines Peritonsillarabszesses oder einer Sepsis durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt.

Insbesondere ein Abszess oder eine Sepsis darf keinesfalls ausschließlich homöopathisch behandelt werden. Eine notwendige antibiotische Therapie, chirurgische Drainage oder intensivmedizinische Behandlung darf nicht ersetzt oder verzögert werden.

Wichtiger Hinweis

Bei starken einseitigen Halsschmerzen, Kieferklemme, kloßiger Stimme, zunehmender Hals- oder Rachenschwellung, Unfähigkeit zu schlucken, starkem Speichelfluss oder Atemnot muss ein Abszess beziehungsweise eine gefährliche Ausbreitung der Infektion rasch ausgeschlossen werden.

Bei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Atemnot, Kreislaufproblemen, ausgeprägter Schwäche oder rascher Verschlechterung im Rahmen einer Infektion besteht der Verdacht auf eine schwere systemische Infektion beziehungsweise Sepsis. In diesem Fall ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Inhaltsstoffe: Hepar sulph calc., Mercurius cyanatus, Belladonna, Kalium mur

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