Demenz – fortschreitende Beeinträchtigung von Gedächtnis, Denken, Orientierung und Alltagsfähigkeiten "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji
Dr. Banerji-Protokolle
Demenz – fortschreitende Beeinträchtigung von Gedächtnis, Denken, Orientierung und Alltagsfähigkeiten
Der Begriff Demenz bezeichnet keine einzelne Erkrankung, sondern ein Syndrom, bei dem geistige Fähigkeiten so deutlich beeinträchtigt sind, dass der selbstständige Alltag zunehmend erschwert wird. Betroffen sein können Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen, Planung, Verhalten und Persönlichkeit.
Demenz tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf, ist jedoch keine normale Folge des Alterns. Hinter einer Demenz können unterschiedliche Erkrankungen stehen, die sich hinsichtlich Verlauf, Symptomatik und Behandlung deutlich unterscheiden.
Unterschiedliche Formen der Demenz
Zu den wichtigsten Demenzformen gehören:
-
Alzheimer-Krankheit
-
vaskuläre Demenz
-
Lewy-Körper-Demenz
-
frontotemporale Demenz
-
gemischte Demenzformen
-
Demenz im Zusammenhang mit anderen neurologischen Erkrankungen, beispielsweise Parkinson
Daneben gibt es Erkrankungen und Stoffwechselstörungen, die demenzähnliche Beschwerden verursachen können und teilweise behandelbar sind.
Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache einer Demenz.
Typischerweise entwickelt sie sich langsam und fortschreitend.
Frühe Beschwerden können sein:
-
zunehmende Vergesslichkeit
-
wiederholtes Stellen derselben Fragen
-
Verlegen wichtiger Gegenstände
-
Schwierigkeiten, neue Informationen zu behalten
-
Probleme bei komplexeren Aufgaben
-
Wortfindungsstörungen
-
zunehmende Orientierungsprobleme
Im weiteren Verlauf können Sprache, Urteilsvermögen, Orientierung und selbstständige Alltagsbewältigung zunehmend beeinträchtigt werden.
Vaskuläre Demenz
Eine vaskuläre Demenz entsteht durch Durchblutungsstörungen beziehungsweise Schädigungen der Blutgefäße im Gehirn.
Mögliche Ursachen sind:
-
Schlaganfälle
-
zahlreiche kleine Hirninfarkte
-
Erkrankungen kleiner Hirngefäße
-
chronische vaskuläre Schädigungen
Der Verlauf kann schleichend sein oder sich nach einzelnen Gefäßereignissen stufenweise verschlechtern.
Möglich sind:
-
verlangsamtes Denken
-
Konzentrationsprobleme
-
Schwierigkeiten bei Planung und Organisation
-
Gangstörungen
-
neurologische Ausfälle
-
Stimmungsschwankungen
Alzheimer- und vaskuläre Veränderungen können gleichzeitig bestehen.
Lewy-Körper-Demenz
Bei der Lewy-Körper-Demenz können neben kognitiven Veränderungen charakteristische Beschwerden auftreten.
Dazu gehören:
-
starke Schwankungen von Aufmerksamkeit und geistiger Leistungsfähigkeit
-
ausgeprägte visuelle Halluzinationen
-
Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen
-
Muskelsteifigkeit
-
verlangsamte Bewegungen
-
Schlafstörungen
-
Störungen des autonomen Nervensystems
Die ausgeprägten Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit können besonders auffällig sein.
Frontotemporale Demenz
Die frontotemporale Demenz (FTD) betrifft vor allem Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns.
Sie kann auch bei vergleichsweise jüngeren Erwachsenen auftreten.
Im Vordergrund stehen teilweise zunächst weniger Gedächtnisprobleme als Veränderungen von:
-
Persönlichkeit
-
sozialem Verhalten
-
Impulskontrolle
-
Empathie
-
Sprache
-
Motivation
Betroffene können beispielsweise zunehmend enthemmt, impulsiv, teilnahmslos oder sozial unangemessen wirken.
Typische Symptome einer Demenz
Je nach Ursache und Stadium können unterschiedliche Beschwerden auftreten:
-
Gedächtnisstörungen
-
Vergesslichkeit
-
Orientierungsprobleme
-
Wortfindungsstörungen
-
Sprachverständnisprobleme
-
Schwierigkeiten beim Rechnen
-
eingeschränktes Urteilsvermögen
-
Probleme bei Planung und Organisation
-
Schwierigkeiten beim Erkennen vertrauter Personen oder Gegenstände
-
Veränderungen des Verhaltens
-
Verlust alltäglicher Fähigkeiten
Die individuelle Symptom-Signatur kann sich zwischen verschiedenen Demenzformen erheblich unterscheiden.
Frühe Gedächtnisprobleme
Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet Demenz.
Mit zunehmendem Alter kann es beispielsweise länger dauern, sich an Namen oder bestimmte Informationen zu erinnern.
Problematischer sind Veränderungen wie:
-
wiederholtes Vergessen kürzlich geführter Gespräche
-
häufiges Wiederholen derselben Fragen
-
Verirren in vertrauter Umgebung
-
Schwierigkeiten mit gewohnten Tätigkeiten
-
Probleme bei Geldangelegenheiten
-
deutliche Veränderungen von Persönlichkeit oder Verhalten
Solche Veränderungen sollten medizinisch abgeklärt werden.
Leichte kognitive Beeinträchtigung
Zwischen altersentsprechenden Veränderungen und Demenz kann eine leichte kognitive Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI) bestehen.
Dabei sind geistige Fähigkeiten messbar beeinträchtigt, der selbstständige Alltag ist jedoch weitgehend erhalten.
Eine MCI kann stabil bleiben, sich teilweise verbessern oder sich im weiteren Verlauf zu einer Demenz entwickeln.
Orientierung
Mit fortschreitender Demenz können Orientierungsprobleme auftreten.
Betroffen sein können:
-
zeitliche Orientierung
-
örtliche Orientierung
-
Orientierung in neuen Umgebungen
-
später auch vertraute Wege und Orte
Dadurch kann das Risiko steigen, sich zu verirren oder gefährliche Situationen nicht richtig einzuschätzen.
Sprache
Demenz kann unterschiedliche Sprachstörungen verursachen.
Möglich sind:
-
Wortfindungsprobleme
-
häufige Verwendung ungenauer Begriffe
-
Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen
-
Probleme beim Verstehen komplexer Sätze
-
zunehmende Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben
Bei bestimmten frontotemporalen Erkrankungen können Sprachstörungen besonders früh auftreten.
Psychische und Verhaltenssymptome
Im Verlauf einer Demenz können zusätzlich auftreten:
-
Angst
-
depressive Symptome
-
Unruhe
-
Reizbarkeit
-
Aggressivität
-
Misstrauen
-
Wahnvorstellungen
-
Halluzinationen
-
Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen
-
nächtliches Umherwandern
-
Teilnahmslosigkeit beziehungsweise Apathie
Diese Beschwerden können sowohl für Betroffene als auch für Angehörige sehr belastend sein.
Plötzliche Verwirrtheit ist nicht automatisch Demenz
Eine plötzlich innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen auftretende Verwirrtheit spricht eher für ein Delir als für eine neu entstandene Demenz.
Mögliche Ursachen eines Delirs sind beispielsweise:
-
Infektionen
-
Flüssigkeitsmangel
-
Stoffwechselstörungen
-
Medikamente
-
Schmerzen
-
Operationen
-
Alkohol- oder Medikamentenentzug
Ein Delir muss rasch medizinisch abgeklärt werden.
Behandelbare Ursachen demenzähnlicher Beschwerden
Bei neu auftretenden kognitiven Problemen sollten mögliche behandelbare beziehungsweise beeinflussbare Ursachen gesucht werden.
Dazu können beispielsweise gehören:
-
Schilddrüsenerkrankungen
-
Vitamin-B12-Mangel
-
bestimmte Medikamente
-
Depression
-
Schlafstörungen
-
Alkohol- oder Substanzkonsum
-
Stoffwechselstörungen
-
Infektionen
-
Normaldruckhydrozephalus
-
bestimmte strukturelle Erkrankungen des Gehirns
Deshalb ist eine sorgfältige Diagnose wichtig, bevor Beschwerden ausschließlich als irreversible Demenz eingeordnet werden.
Diagnostik
Die Abklärung kann umfassen:
-
ausführliche Krankengeschichte
-
Fremdanamnese durch Angehörige
-
Gedächtnis- und kognitive Tests
-
neurologische Untersuchung
-
körperliche Untersuchung
-
Blutuntersuchungen
-
Überprüfung der Medikamente
-
CT oder MRT des Gehirns
In bestimmten Situationen können weitere Untersuchungen wie Liquordiagnostik, spezielle Bildgebung oder Biomarker erforderlich sein.
Behandlung – abhängig von der Ursache
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Demenzform und der individuellen Symptom-Signatur.
Mögliche Maßnahmen sind:
-
Behandlung beeinflussbarer Ursachen
-
medikamentöse Therapie
-
Gedächtnis- und Alltagstraining
-
körperliche Aktivität
-
Ergotherapie
-
soziale Aktivierung
-
strukturierter Tagesablauf
-
Anpassung der Wohnumgebung
-
Behandlung von Hör- und Sehproblemen
-
Unterstützung der Angehörigen
Medikamente bei Alzheimer-Demenz
Bei Alzheimer-Demenz können abhängig vom Krankheitsstadium und der individuellen Situation beispielsweise eingesetzt werden:
-
Donepezil
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Rivastigmin
-
Galantamin
-
Memantin
Diese Medikamente können bei bestimmten Patienten Symptome beziehungsweise den Verlauf beeinflussen, heilen die zugrunde liegende neurodegenerative Erkrankung jedoch nicht.
Für ausgewählte Patienten mit früher Alzheimer-Krankheit stehen inzwischen außerdem krankheitsmodifizierende Antikörpertherapien zur Verfügung. Ihre Anwendung erfordert eine genaue Diagnostik, sorgfältige Patientenauswahl und medizinische Überwachung.
Gefäßrisiken bei vaskulärer Demenz
Bei vaskulärer Demenz beziehungsweise gemischten Formen ist die Kontrolle beeinflussbarer Gefäßrisiken besonders wichtig.
Dazu gehören beispielsweise:
-
Bluthochdruck
-
Diabetes
-
erhöhte Blutfette
-
Rauchen
-
Bewegungsmangel
Auch die Vorbeugung weiterer Schlaganfälle kann von entscheidender Bedeutung sein.
Sicherheit im Alltag
Mit fortschreitender Demenz sollten mögliche Gefahren frühzeitig berücksichtigt werden.
Dazu gehören:
-
Autofahren
-
Herd und Elektrogeräte
-
Medikamenteneinnahme
-
Sturzgefahr
-
Verlassen der Wohnung und Verirren
-
finanzielle Angelegenheiten
-
Betrugsrisiko
Unterstützung sollte möglichst so gestaltet werden, dass Sicherheit und größtmögliche Selbstständigkeit miteinander verbunden werden.
Homöopathie nach Dr. Banerji
In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei Gedächtnisproblemen, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Ängsten und anderen begleitenden Beschwerden unterschiedliche festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.
Bei Demenz ist die individuelle Symptom-Signatur besonders zu beachten. Gedächtnisstörung, Orientierungslosigkeit, Sprachprobleme, Unruhe, Aggressivität, Schlafstörungen oder Halluzinationen können je nach Demenzform und Patient sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Eine zuverlässige Behandlung oder Umkehr einer Alzheimer-Krankheit oder anderen Demenzerkrankung durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt. Homöopathische Mittel dürfen eine notwendige neurologische Diagnostik oder medizinische Behandlung nicht ersetzen oder verzögern.
Wichtiger Hinweis
Eine langsam zunehmende Vergesslichkeit und Einschränkung der Alltagsfähigkeiten sollte ärztlich abgeklärt werden. Eine plötzlich auftretende starke Verwirrtheit, Bewusstseinsveränderung, Sprachstörung, einseitige Lähmung oder andere akut auftretende neurologische Veränderung ist dagegen keine typische normale Demenzentwicklung und muss sofort medizinisch abgeklärt werden.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Inhaltsstoffe: Anacardium orient, Helleborus niger, Aurum met., Kalium phosph., Acidum hydrocyanicum, Aconitum
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