Desorientierung – Störung der zeitlichen, örtlichen, situativen oder persönlichen Orientierung "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji
Dr. Banerji-Protokolle
Desorientierung – Störung der zeitlichen, örtlichen, situativen oder persönlichen Orientierung
Desorientierung bezeichnet einen Zustand, bei dem eine Person Schwierigkeiten hat, sich hinsichtlich Zeit, Ort, Situation oder – bei schwerer Ausprägung – der eigenen Person richtig zu orientieren.
Desorientierung ist keine eigenständige Diagnose, sondern ein Symptom, das zahlreiche Ursachen haben kann. Sie kann langsam und schleichend entstehen, beispielsweise im Rahmen einer Demenzerkrankung, oder innerhalb von Stunden plötzlich auftreten. Eine akut entstandene Desorientierung muss grundsätzlich ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden.
Formen der Desorientierung
Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, werden unterschiedliche Formen unterschieden.
Zeitliche Desorientierung
Die betroffene Person weiß beispielsweise nicht mehr:
-
welcher Tag ist
-
welches Datum ist
-
welcher Monat oder welches Jahr ist
-
welche Tageszeit vorliegt
-
wie lange ein Ereignis zurückliegt
Die zeitliche Orientierung ist bei vielen kognitiven Erkrankungen häufig früh betroffen.
Örtliche Desorientierung
Betroffene wissen möglicherweise nicht:
-
wo sie sich befinden
-
in welcher Stadt sie sind
-
wie sie nach Hause kommen
-
wo sich bestimmte vertraute Räume befinden
Im fortgeschrittenen Stadium können sich Menschen sogar in einer vertrauten Umgebung verirren.
Situative Desorientierung
Die Person versteht nicht mehr richtig, warum sie sich in einer bestimmten Situation befindet oder was gerade geschieht.
Beispielsweise kann jemand im Krankenhaus nicht verstehen, weshalb er dort ist oder warum bestimmte Untersuchungen durchgeführt werden.
Desorientierung zur eigenen Person
Bei einer schweren Orientierungsstörung können Schwierigkeiten auftreten, persönliche Informationen richtig einzuordnen.
Betroffen sein können beispielsweise:
-
eigene Lebensgeschichte
-
Alter
-
familiäre Zusammenhänge
-
Identität nahestehender Personen
Eine ausgeprägte Desorientierung zur eigenen Person ist ein ernstes neurologisches beziehungsweise psychiatrisches Symptom.
Plötzliche oder schleichende Desorientierung unterscheiden
Vor jeder Behandlung muss unbedingt die zeitliche Entwicklung und die individuelle Symptom-Signatur beachtet werden.
Eine plötzlich entstandene Desorientierung hat eine andere Bedeutung als eine über Monate oder Jahre zunehmende Orientierungsstörung.
Plötzlich auftretende Desorientierung
Eine innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen auftretende Verwirrtheit kann auf ein Delir oder eine andere akute Erkrankung hinweisen.
Mögliche Ursachen sind:
-
Infektionen
-
Fieber
-
Flüssigkeitsmangel
-
Elektrolytstörungen
-
Unterzuckerung
-
Sauerstoffmangel
-
Schlaganfall
-
epileptischer Anfall beziehungsweise Zustand danach
-
Kopfverletzung
-
Stoffwechselentgleisungen
-
Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
-
Medikamente
-
Wechselwirkungen zwischen Medikamenten
-
Alkohol oder andere Substanzen
-
Alkohol- oder Medikamentenentzug
-
Operationen und Narkosen
Besonders bei älteren Menschen kann beispielsweise eine Infektion zunächst durch Verwirrtheit oder Verhaltensänderungen auffallen.
Delir
Ein Delir ist eine akute Störung von Aufmerksamkeit, Bewusstsein und kognitiven Funktionen.
Typisch ist ein rascher Beginn mit Schwankungen im Tagesverlauf.
Möglich sind:
-
Desorientierung
-
starke Unruhe
-
ungewöhnliche Schläfrigkeit
-
Konzentrationsstörungen
-
wechselnde Aufmerksamkeit
-
Halluzinationen
-
Angst
-
Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen
-
wechselnde geistige Klarheit
Ein Delir ist besonders bei älteren oder schwer erkrankten Menschen häufig und sollte nicht mit einer chronischen Demenz gleichgesetzt werden.
Die zugrunde liegende Ursache muss möglichst rasch gefunden und behandelt werden.
Desorientierung bei Demenz
Bei Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzerkrankungen entwickelt sich eine Desorientierung häufig schleichend.
Typischerweise können zunächst zeitliche Probleme auftreten. Später können örtliche und situative Orientierung beeinträchtigt werden.
Möglich sind:
-
Verwechslung von Wochentagen und Datum
-
Verirren auf bekannten Wegen
-
Schwierigkeiten, die eigene Wohnung wiederzufinden
-
Verwechslung früherer und aktueller Ereignisse
-
zunehmende Schwierigkeiten, Personen richtig einzuordnen
Eine plötzlich deutliche Verschlechterung bei einem Menschen mit Demenz sollte jedoch nicht automatisch der Demenz zugeschrieben werden. Zusätzlich kann beispielsweise ein Delir durch Infektion, Flüssigkeitsmangel oder Medikamente vorliegen.
Desorientierung nach Schlaganfall
Ein Schlaganfall kann abhängig von der betroffenen Gehirnregion zu Orientierungs- und Wahrnehmungsstörungen führen.
Treten zusätzlich plötzlich auf:
-
Sprachstörungen
-
einseitige Schwäche oder Lähmung
-
Gesichtslähmung
-
Sehstörungen
-
starke Gleichgewichtsstörungen
-
ungewöhnlich starke Kopfschmerzen
besteht der Verdacht auf einen akuten Schlaganfall und damit einen medizinischen Notfall.
Desorientierung nach Kopfverletzungen
Nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf können Verwirrtheit und Orientierungsstörungen Hinweise auf eine Gehirnerschütterung oder schwerere Schädel-Hirn-Verletzung sein.
Besonders ernst sind:
-
zunehmende Schläfrigkeit
-
wiederholtes Erbrechen
-
Bewusstseinsverlust
-
Erinnerungslücken
-
Krampfanfälle
-
neurologische Ausfälle
-
zunehmende Kopfschmerzen
Hier ist eine rasche medizinische Abklärung erforderlich.
Medikamente als mögliche Ursache
Gerade bei älteren Menschen können Medikamente oder Kombinationen verschiedener Arzneimittel zur Verwirrtheit beitragen.
Je nach Situation können beispielsweise eine Rolle spielen:
-
sedierende Medikamente
-
Schlaf- und Beruhigungsmittel
-
bestimmte Schmerzmittel
-
anticholinerge Arzneimittel
-
bestimmte Psychopharmaka
-
Wechselwirkungen mehrerer Medikamente
Eine bestehende Medikation sollte deshalb bei neu aufgetretener Desorientierung systematisch überprüft werden. Verordnete Medikamente sollten jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden.
Individuelle Symptom-Signatur beachten
Vor der Wahl der Mittel muss die genaue Symptom-Signatur festgestellt werden.
Von Bedeutung ist insbesondere:
-
plötzlich oder schleichend?
-
zeitlich, örtlich, situativ oder zur Person desorientiert?
-
morgens, tagsüber oder besonders nachts?
-
dauerhaft oder in wechselnden Phasen?
-
ruhig und schläfrig oder unruhig und erregt?
-
mit Angst oder Panik?
-
mit Halluzinationen?
-
mit Gedächtnisverlust?
-
nach dem Aufwachen?
-
nach einer Operation oder Narkose?
-
nach einem Sturz oder einer Kopfverletzung?
-
zusammen mit Fieber?
-
nach Einnahme neuer Medikamente?
-
im Zusammenhang mit einer bekannten Demenz?
-
mit Sprach-, Seh- oder Bewegungsstörungen?
Desorientierung ist deshalb nicht als einheitliches Beschwerdebild zu behandeln. Die zugrunde liegende Ursache und die aktuell vorherrschende Symptom-Signatur müssen berücksichtigt werden.
Diagnostik
Abhängig von der Situation können erforderlich sein:
-
neurologische Untersuchung
-
Prüfung von Bewusstsein und Orientierung
-
Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung
-
Blutzuckermessung
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Blutuntersuchungen
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Elektrolyte
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Nieren- und Leberwerte
-
Entzündungsparameter
-
Medikamentenanamnese
-
Untersuchung auf Infektionen
-
CT oder MRT des Gehirns
-
gegebenenfalls EEG
-
weitere neurologische oder internistische Untersuchungen
Bei einer chronischen Orientierungsstörung können zusätzlich neuropsychologische beziehungsweise kognitive Tests erforderlich sein.
Behandlung
Es gibt keine einheitliche Behandlung für Desorientierung.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Beispielsweise können erforderlich sein:
-
Behandlung einer Infektion
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Ausgleich von Flüssigkeits- oder Elektrolytstörungen
-
Behandlung einer Unterzuckerung
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Behandlung eines Schlaganfalls
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Anpassung problematischer Medikamente
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Behandlung eines Delirs
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Therapie einer zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung
-
strukturierte Betreuung bei Demenz
Hilfreich können zusätzlich eine ruhige Umgebung, vertraute Personen, ausreichende Beleuchtung, eine gut sichtbare Uhr und ein Kalender sowie möglichst konstante Tagesabläufe sein.
Homöopathie nach Dr. Banerji
In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Unruhe und anderen begleitenden Beschwerden unterschiedliche festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.
Vor der Wahl der Mittel unbedingt die Symptom-Signatur beachten
Bei Desorientierung darf die Auswahl der Mittel nicht allein aufgrund des Symptoms „Desorientierung“ erfolgen. Vor der Wahl muss genau festgestellt werden, welche Form und welche begleitende Symptom-Signatur vorliegen.
Insbesondere ist zwischen akuter Verwirrtheit, chronisch zunehmender Desorientierung, Unruhe, Schläfrigkeit, Gedächtnisstörung, Angst, Halluzinationen und neurologischen Begleitsymptomen zu unterscheiden.
Eine zuverlässige Behandlung der zugrunde liegenden Ursache einer Desorientierung durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt. Insbesondere bei akut auftretender Desorientierung darf eine notwendige medizinische Diagnostik und Behandlung nicht durch eine homöopathische Behandlung ersetzt oder verzögert werden.
Wichtiger Hinweis
Eine neu oder plötzlich auftretende Desorientierung oder starke Verwirrtheit ist ein medizinisches Warnzeichen. Besonders bei gleichzeitig auftretender Sprachstörung, Lähmung, Bewusstseinsveränderung, Krampfanfall, Fieber, Atemnot, schwerem Kopfschmerz oder nach einer Kopfverletzung ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Inhaltsstoffe: Hellborus niger
Lieferzeit: ca. 3-4 Tage (Ausland abweichend)
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