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Autismus-Spektrum-Störung (ASS, Autismus) – unterschiedliche Ausprägungen mit individueller Symptom-Signatur "Unterstützung" Homöopathie nach Dr. Banerji

Dr. Banerji-Protokolle

Autismus-Spektrum-Störung (ASS, Autismus) – unterschiedliche Ausprägungen mit individueller Symptom-Signatur

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine neuroentwicklungsbedingte Besonderheit, die bereits in der frühen Entwicklung beginnt. Sie betrifft insbesondere die soziale Kommunikation und Interaktion sowie Verhaltensweisen, Interessen und die Verarbeitung von Sinnesreizen.

Der Begriff Spektrum ist besonders wichtig: Autismus kann sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich zeigen. Manche autistische Menschen leben weitgehend selbstständig, andere benötigen in verschiedenen Lebensbereichen erhebliche oder dauerhafte Unterstützung.

Es gibt daher nicht „den einen“ Autismus. Für Diagnostik und Unterstützung muss die individuelle Symptom-Signatur berücksichtigt werden.

Unterschiedliche Erscheinungsformen

Früher wurden verschiedene Diagnosen voneinander getrennt, beispielsweise:

  • frühkindlicher Autismus

  • Asperger-Syndrom

  • atypischer Autismus

In heutigen Klassifikationssystemen werden diese Erscheinungsformen weitgehend unter dem Begriff Autismus-Spektrum-Störung zusammengefasst und anhand der individuellen Merkmale und des Unterstützungsbedarfs beschrieben.

Soziale Kommunikation und Interaktion

Mögliche Merkmale sind:

  • Schwierigkeiten, soziale Signale intuitiv zu verstehen

  • Schwierigkeiten bei wechselseitigen Gesprächen

  • ungewöhnliche Gesprächsführung

  • Schwierigkeiten, Gesichtsausdruck, Gestik oder Tonfall anderer einzuordnen

  • weniger oder anders eingesetzter Blickkontakt

  • Schwierigkeiten beim Aufbau oder Erhalt sozialer Beziehungen

  • Schwierigkeiten, unausgesprochene soziale Regeln zu erkennen

  • wörtliches Verständnis von Sprache

  • Schwierigkeiten mit Ironie, Andeutungen oder Doppeldeutigkeiten

Diese Merkmale sind sehr unterschiedlich ausgeprägt und bedeuten nicht, dass autistische Menschen keine sozialen Beziehungen oder Gefühle haben.

Sprache und Kommunikation

Die sprachliche Entwicklung kann sehr unterschiedlich verlaufen.

Manche Kinder entwickeln Sprache später oder nur eingeschränkt. Andere besitzen einen großen Wortschatz und eine sehr differenzierte Sprache.

Möglich sind beispielsweise:

  • verzögerte Sprachentwicklung

  • Wiederholung von Wörtern oder Sätzen (Echolalie)

  • ungewöhnliche Sprachmelodie

  • sehr formelle oder präzise Ausdrucksweise

  • lange Gespräche über spezielle Interessengebiete

  • Schwierigkeiten mit Smalltalk

  • Schwierigkeiten beim Wechsel zwischen Gesprächsthemen

Ein Teil der Betroffenen kommuniziert wenig oder nicht über gesprochene Sprache und nutzt alternative beziehungsweise unterstützende Kommunikationsformen.

Wiederholende Verhaltensweisen und Routinen

Typisch können sich wiederholende Verhaltensweisen oder ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • wiederholte Bewegungen

  • Schaukeln des Körpers

  • Hand- oder Fingerbewegungen

  • wiederholtes Ordnen bestimmter Gegenstände

  • feste Rituale

  • stark strukturierte Tagesabläufe

  • Schwierigkeiten mit unerwarteten Veränderungen

  • ausgeprägtes Bedürfnis nach Routine

Solche repetitiven Bewegungen werden häufig als Stimming bezeichnet und können unter anderem der Selbstregulation dienen.

Intensive und spezielle Interessen

Viele autistische Menschen entwickeln ausgeprägte Interessen an bestimmten Themen oder Tätigkeiten.

Diese können:

  • sehr intensiv

  • lang anhaltend

  • detailorientiert

  • mit umfangreichem Fachwissen verbunden

sein.

Solche Interessen können eine wichtige Ressource darstellen und sollten nicht grundsätzlich als problematisch betrachtet werden.

Sensorische Besonderheiten

Eine veränderte Verarbeitung von Sinnesreizen ist bei Autismus häufig.

Es kann eine Über- oder Unterempfindlichkeit bestehen gegenüber:

  • Geräuschen

  • Licht

  • Berührung

  • Gerüchen

  • Geschmack

  • Temperatur

  • Schmerz

  • Kleidung und bestimmten Materialien

  • Bewegungsreizen

Ein Geräusch, das andere kaum wahrnehmen, kann beispielsweise als extrem störend oder sogar schmerzhaft empfunden werden.

Umgekehrt können bestimmte starke sensorische Reize gezielt gesucht werden.

Reizüberflutung – Meltdown und Shutdown

Bei starker sensorischer, emotionaler oder sozialer Überlastung kann es zu einer Reizüberflutung kommen.

Ein sogenannter Meltdown kann sich beispielsweise äußern durch:

  • starke Unruhe

  • Weinen

  • Schreien

  • motorische Überaktivität

  • vorübergehenden Kontrollverlust

Ein Shutdown kann dagegen mit starkem Rückzug, eingeschränkter Kommunikation oder einer vorübergehend deutlich reduzierten Reaktionsfähigkeit verbunden sein.

Solche Reaktionen sollten nicht automatisch als absichtliches Fehlverhalten interpretiert werden.

Individuelle Symptom-Signatur beachten

Gerade bei Autismus ist die individuelle Ausprägung entscheidend.

Zu berücksichtigen sind beispielsweise:

  • Sprache und Kommunikation

  • soziale Interaktion

  • sensorische Empfindlichkeit

  • Bewegungsmuster

  • Routinen und Veränderungstoleranz

  • spezielle Interessen

  • Aufmerksamkeit und Konzentration

  • Schlaf

  • Essverhalten

  • emotionale Regulation

  • Selbstständigkeit

  • Lernprofil

  • motorische Fähigkeiten

  • Begleiterkrankungen

Unterstützungsmaßnahmen sollten deshalb nicht allein an der Diagnose, sondern an den konkreten Bedürfnissen des einzelnen Menschen ausgerichtet werden.

Autismus bei Kindern

Erste Auffälligkeiten können bereits in den ersten Lebensjahren erkennbar sein.

Mögliche Hinweise sind:

  • ungewöhnliche Entwicklung sozialer Kommunikation

  • verzögerte oder besondere Sprachentwicklung

  • geringe Reaktion auf den eigenen Namen

  • wenig gemeinsames Zeigen oder Teilen von Aufmerksamkeit

  • ausgeprägte repetitive Verhaltensweisen

  • starke Reaktionen auf Veränderungen

  • ungewöhnliche sensorische Reaktionen

  • sehr intensive Spezialinteressen

Ein einzelnes Merkmal bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Autismus vorliegt.

Autismus bei Erwachsenen

Autismus kann auch erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden.

Mögliche Hinweise sind:

  • langjährige Schwierigkeiten mit sozialen Situationen

  • starke Erschöpfung nach sozialen Kontakten

  • Schwierigkeiten mit unausgesprochenen sozialen Regeln

  • ausgeprägtes Bedürfnis nach Routinen

  • sensorische Überempfindlichkeit

  • intensive Spezialinteressen

  • Schwierigkeiten bei unerwarteten Veränderungen

  • Gefühl, soziale Verhaltensweisen bewusst erlernen zu müssen

Masking und Camouflaging

Manche autistische Menschen lernen, ihre natürlichen Reaktionen zu unterdrücken und soziale Verhaltensweisen bewusst nachzuahmen.

Dies wird als Masking oder Camouflaging bezeichnet.

Dazu können gehören:

  • bewusst erlernter Blickkontakt

  • Nachahmen sozialer Gesten

  • Einüben von Gesprächsabläufen

  • Unterdrücken repetitiver Bewegungen

  • ständiges Beobachten und Analysieren sozialer Situationen

Dies kann sehr anstrengend sein und dazu beitragen, dass Autismus lange nicht erkannt wird.

Autismus bei Mädchen und Frauen

Bei Mädchen und Frauen kann Autismus teilweise weniger offensichtlich erscheinen und dadurch später erkannt werden.

Eine stärkere soziale Anpassung beziehungsweise Masking sowie Interessen, die von außen weniger ungewöhnlich wirken, können dazu beitragen, dass Schwierigkeiten übersehen werden.

Begleiterkrankungen und Begleitprobleme

Autismus kann gemeinsam mit anderen Erkrankungen oder Entwicklungsbesonderheiten auftreten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • ADHS

  • Angststörungen

  • depressive Erkrankungen

  • Schlafstörungen

  • Epilepsie

  • Lernstörungen

  • intellektuelle Entwicklungsstörung

  • motorische Koordinationsprobleme

  • Tic-Störungen

  • Magen-Darm-Beschwerden

Diese Begleiterkrankungen sollten eigenständig diagnostiziert und gegebenenfalls behandelt werden.

Autismus und ADHS

Autismus und ADHS können gleichzeitig auftreten.

Dabei können sich beispielsweise folgende Beschwerden überschneiden oder gegenseitig verstärken:

  • Konzentrationsprobleme

  • Schwierigkeiten bei der Selbstorganisation

  • Impulsivität

  • sensorische Überlastung

  • emotionale Regulationsprobleme

  • Schlafstörungen

Eine genaue Diagnostik ist deshalb wichtig.

Ursachen

Autismus entsteht nicht durch eine einzige Ursache.

Nach heutigem wissenschaftlichem Verständnis spielen insbesondere genetische und neurobiologische Faktoren eine bedeutende Rolle. Die Entwicklung ist komplex und wahrscheinlich durch das Zusammenspiel zahlreicher Faktoren bestimmt.

Autismus wird nicht durch Impfungen verursacht.

Ein Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus konnte in umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen nicht bestätigt werden.

Diagnostik

Es gibt keinen einzelnen Bluttest oder Gehirnscan, mit dem Autismus diagnostiziert werden kann.

Die Diagnostik basiert auf einer umfassenden Beurteilung und kann umfassen:

  • Entwicklungsanamnese

  • Beobachtung von Kommunikation und Verhalten

  • standardisierte diagnostische Verfahren

  • Gespräche mit Eltern beziehungsweise Bezugspersonen

  • Beurteilung von Sprache und Entwicklung

  • Untersuchung kognitiver Fähigkeiten

  • Erfassung sensorischer Besonderheiten

  • Abklärung möglicher Begleiterkrankungen

Bei Erwachsenen ist insbesondere die Entwicklungsgeschichte seit der Kindheit relevant.

Unterstützung und Behandlung – viele Möglichkeiten

Autismus selbst ist keine Erkrankung, die mit einem einzigen Medikament „beseitigt“ werden kann.

Ziel ist vielmehr, individuelle Schwierigkeiten zu reduzieren, Fähigkeiten zu fördern, Kommunikation zu erleichtern und die Lebensqualität zu verbessern.

Je nach persönlicher Symptom-Signatur können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Psychoedukation

  • individuell angepasste Verhaltenstherapie

  • Sprach- und Kommunikationstherapie

  • Logopädie

  • Ergotherapie

  • Förderung alltagspraktischer Fähigkeiten

  • Unterstützung bei Schule und Ausbildung

  • Anpassung der Lern- und Arbeitsumgebung

  • Unterstützung bei sensorischer Überlastung

  • soziale Unterstützung

  • Elternberatung

  • psychotherapeutische Begleitung

  • Behandlung von Begleiterkrankungen

Nicht jeder autistische Mensch benötigt dieselben Maßnahmen.

Medikamente

Es gibt kein Medikament, das die Autismus-Spektrum-Störung als solche heilt.

Medikamente können jedoch bei bestimmten zusätzlichen Beschwerden oder Begleiterkrankungen eingesetzt werden, beispielsweise bei:

  • ADHS

  • ausgeprägten Angststörungen

  • Depression

  • Schlafstörungen

  • Epilepsie

  • bestimmten schweren Verhaltensproblemen

Die Auswahl richtet sich nach der jeweiligen Begleiterkrankung und individuellen Situation.

Homöopathie nach Dr. Banerji

In der Homöopathie nach Dr. Banerji werden bei unterschiedlichen begleitenden Beschwerden wie Unruhe, Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Ängsten oder anderen individuellen Symptomen verschiedene festgelegte homöopathische Arzneimittel und Potenzen nach den Banerji-Protokollen eingesetzt.

Gerade bei Autismus muss die individuelle Symptom-Signatur berücksichtigt werden, da Sprache, Kommunikation, sensorische Verarbeitung, Schlaf, Aufmerksamkeit, Verhalten und Begleiterkrankungen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Eine zuverlässige Behandlung oder Veränderung der Kernmerkmale einer Autismus-Spektrum-Störung durch homöopathische Mittel ist wissenschaftlich nicht belegt.

Notwendige entwicklungsmedizinische, neurologische, psychiatrische, psychologische oder therapeutische Maßnahmen sollten nicht durch homöopathische Mittel ersetzt oder verzögert werden.

Wichtiger Hinweis

Bei einem Verdacht auf Autismus ist eine fachgerechte entwicklungsmedizinische beziehungsweise psychologische Diagnostik sinnvoll. Besonders wichtig ist die Abklärung, wenn bei einem Kind bereits erworbene sprachliche, soziale oder motorische Fähigkeiten wieder verloren gehen oder zusätzlich Krampfanfälle beziehungsweise andere neurologische Auffälligkeiten auftreten.

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Inhaltsstoffe: Aethusa cynapium, Calc. phosph., Hyoscyamus, Carcinosinum, Calc. phosph., Brahmi, Stramonium

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